„Mehr Vulkanismus wagen“

Landratskandidaten: Marcel Orth (Die Partei) hat trockenen Humor

Marcel Orth, Landratskandidat von Die Partei, vor dem Gänseliesel-Brunnen in Göttingens Innenstadt. In der Hand sein Markenzeichen, ein Sternburg-Bier.
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Marcel Orth, Landratskandidat von Die Partei, vor dem Gänseliesel-Brunnen in Göttingens Innenstadt. In der Hand sein Markenzeichen, ein Sternburg-Bier.

Marcel Orth tritt für Die Partei im Landratswahlkampf im Landkreis Göttingen an. Der IT-ler wäre gerne „Königsmacher“ bei einer Stichwahl.

Göttingen – „Mein PR-Berater hat mir geraten, auf jedem Foto ein Bier in der Hand zu haben“, sagt Marcel Orth, Landratskandidat der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz Die Partei. Gesagt getan, er hält einen halben Liter Sternburg-Bier in der Hand, genannt „Sterni“.

„Nach der CSU sind wir die Partei mit den meisten Biertrinkern“

„Nach der CSU sind wir die Partei mit den meisten Biertrinkern, aber im Gegensatz zur CSU treffen wir die politischen Entscheidungen nicht am Stammtisch“, sagt Orth und präsentiert direkt eine Prise seines trockenen Humors. Wir treffen uns mit ihm an seinem Lieblingsplatz in Göttingen, dem Kiosk Amin an der Goetheallee.

Dort in der Nähe wohnt der 45-Jährige auch. Zum Foto gehts aber zum Gänseliesel-Brunnen. „Mehr Vulkanismus wagen“, ist sein Wahlkampfmotto, sein „Smashhit“. Was er damit meint? „Ich setzte mich für einen aktiven Vulkan im Landkreis ein“, sagt er dazu. Das hätte mehre Vorteile. „Wir können Tantiemen von allen Partys mit dem Motto Tanz auf dem Vulkan nehmen, wir können Geld von Instagrammodels nehmen und es würde den Tourismus ankurbeln.“ Zudem gäbe es kostenlose Fernwärme. Wo soll der Vulkan hinkommen?

„Wir lassen abstimmen, die unbeliebteste Kommune bekommt ihn“

„Wir lassen abstimmen, die unbeliebteste Kommune bekommt ihn“, sagt Orth und bleibt vollkommen ernst. Das muss man dem IT-ler lassen, er bleibt bei solchen Aussagen einfach ernst. Der Vulkan könne genügend Geld bringen, um so den ÖPNV, das Internet auf dem Land und die Bildung zu finanzieren. Gerade die Querdenkenbewegung zeige, wie wichtig Erwachsenenbildung und Medienkompetenz sei.

„Ich bin ein Freund des britischen, trockenen Humors“, so Orth. Er ist großer Fan von Monty Python. Zudem fühlt er sich dem „surrealistischen Flügel“ der Satirepartei zugehörig. Humor und Satire sind für ihn wichtige Mittel der Politik, so könne man Missstände offen ansprechen. „Mein Vorbild ist Martin Sonneborn“, Vorsitzender von Die Partei und Europaabgeordneter. „Martin spricht in seinen Reden Dinge an, die sich andere nicht trauen“, so Orth.

Durch Sonneborn, beziehungsweise dessen Auftritte und Reden, sei er auch zu seiner jetzigen Partei gekommen. Früher sei er Wähler der Grünen gewesen, allerdings habe ihn die Zustimmung zum Einsatz im Kosovokrieg enttäuscht. „Ich bin bekennender Pazifist“, erklärt er dazu. Mehrere Jahre habe er seine Stimmzettel dann ungültig gemacht, „Nichtwählen ist für mich keine Option“. Über einen Umweg über die Piratenpartei habe er seinen Weg zu Die Partei gefunden.

„Ich habe verloren, daher bin ich Landratskandidat und Mathias der Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters“

Relativ schnell war er im Wahlkampf in Göttingen engagiert. Eigentlich habe er Oberbürgermeisterkandidat werden wollen, aber schließlich habe er mit Mathias Rheinländer eine Münze geworfen. „Ich habe verloren, daher bin ich Landratskandidat und Mathias der Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters.“ Privat kocht er sehr gerne, vor allem für Freunde und Bekannte. Er liebt die Thaiküche und auch die italienische Küche. „Ich mag Kasseler lieber als Bregenwurst“, sagt der gebürtige Rheinhesse. Zudem „zockt“ er leidenschaftlich gerne an seinem Computer. „Ich mag vor allem Rollenspiele“. Eine realistische Chance Landrat zu werden, sieht er nicht. Gerne wäre er bei einer Stichwahl aber „Königsmacher“. (Jens Döll)

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