Langzeitarbeitslose sollen stärker unterstützt werden

Die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) in Hann. Münden ist seit vergangenem Jahr eine Tochtergesellschaft des Landkreises Göttingen. Gemeinsam mit dem GAB-Team und dem Jobcenter-Leiter Hans-Georg Kletetzka diskutierte am Montag Landrat Bernhard Reuter über die künftige Zusammenarbeit: (von links) Antje Scholz, Margret Mateus, Horst Heßler, Hans-Georg Kletetzka, Bernhard Reuter, Friedrich Bauer, Julia Adler und Marianne Schaumburg. Foto:  V. Fischer

Altkreis Münden. Mit der Übernahme der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Niedersachsen (GAB) durch den Landkreis Göttingen soll vor allem Langzeitarbeitslosen die Rückkehr in die Arbeitswelt ermöglicht werden.

GAB ist seit dem 1. Dezember 2014 eine echte Tochter des Landkreises. Das sagte Landrat Bernhard Reuter beim gestrigen Treffen mit dem GAB-Geschäftsführer Friedrich Bauer und dem Mündener Jobcenter-Leiter Hans-Georg Kletetzka.

Die Gesellschaftsanteile, die bisher einem Bielefelder Verband gehörten, kaufte der Landkreis im vergangenen Jahr auf. Nun ist der Landkreis alleiniger Gesellschafter und hat sich ein großes Ziel gesetzt: Gemeinsam mit dem Jobcenter entwickelte GAB-Angebote sollen künftig vor allem langzeitarbeitslose Bürger noch stärker unterstützen.

„GAB ist ein Arbeitsmarktdienstleister. Mit der Übernahme durch den Landkreis soll die Gesellschaft wieder zurück zu den Wurzeln“, sagte Reuter im Gespräch. Das Ziel sei dabei, Langzeitarbeitslosen eine sinnvolle Tätigkeit zu ermöglichen.

Passgenaue Maßnahmen sollen in Zukunft entwickelt werden, von denen die Kunden des Jobcenters profitieren können. Eine enge Kooperation zwischen Landkreis, GAB und Jobcenter soll dafür die Basis sein - damit nicht aneinander vorbei gearbeitet werde.

Die Rückkehr von Arbeitslosen in die Arbeitswelt sei nicht nur wichtig für den sozialen Arbeitsmarkt, sondern auch für das Selbstbewusstsein derjenigen, die schon viele Jahre nach einer Beschäftigung suchen, so Reuter.

Obwohl die Zahl der Arbeitslosen im Altkreis in der Vergangenheit konstant bei etwa fünf Prozent liegt, nimmt die Zahl der Menschen, die bereits viele Jahre ohne Arbeit sind, zu. Von den 1600 Erwachsenen, die derzeit im Altkreis einen Job suchen, zählen 1000 zu den Langzeitarbeitslosen, erklärte Hans-Georg Kletetzka, Leiter des Mündener Jobcenters.

Wegen der bundesweit sinkenden Arbeitslosenzahlen habe das Bundesministerium für Arbeit das Eingliederungs-Budget im Jahr 2010 jedoch halbiert. Somit stehen derzeit nur noch 7,2 Millionen Euro für die Berufsförderung zur Verfügung. Das ist laut Reuter wenig, wenn man bedenkt, welcher Maßnahmen und Zusatzqualifizierungen es bedarf, bis eine langzeitarbeitslose Person wieder in Lohn und Brot steht.

Doch die Vertreter von Landkreis, GAB und Jobcenter sind sich einig, das Beste aus den 7,2 Millionen Euro zu machen und den Bürgern im Kreis, die bereits über viele Jahre arbeitslos sind, wieder neue Perspektiven aufzuzeigen.

Kletetzka ist dabei wichtig, bewerberorientiert zu vermitteln. Kunden des Jobcenters versuche er stets Arbeitsplätze in der Region zu vermitteln, die dicht an den Qualifikationen der Person liegen und auch mit deren Interessen übereinstimmen.

Natürlich sei nicht immer möglich, alle Vorlieben zu berücksichtigen. Doch viele Menschen seien schon über einen geregelten Tagesablauf und über das verdiente Gehalt froh - seien es auch nur 125 Euro, die sie bei einem Ein-Euro-Job erhalten.

Trotz der Übernahme durch den Landkreis soll GAB auch weiterhin ein Anlaufort für Bürger mit geringem Einkommen bleiben. Die Möbelbörse zum Beispiel, bei der gebrauchte, wiederaufbereitete Möbel gekauft werden können, bleibe auf jeden Fall erhalten, erklärte GAB-Geschäftsführer Friedrich Bauer. (fis)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.