Für 2019 schon fast ausgebucht

Waldpädagogikzentrum Göttingen: Jugendwaldeinsatz ist erfolgreich 

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Gatter bauen: In der Holzwerkstatt fertigen Fachleute und Jugendgruppen die Zäune an, zeigt Jennifer Sechtling, Leiterin des Waldpädagogikzentrums.  

Die Schüler- und Jugendgruppen halfen mit, die Sturm- und Käferschäden im Wald wieder wettzumachen, berichtet Jennifer Sechtling, die das Waldpädagogikzentrum (WPZ) Haus Steinberg leitet.

Da habe es 2018 viel zu tun gegeben, und diese Arbeit werde im neuen Jahr fortgesetzt. Nicht nur neue Bäume, auch neue Hochsitze und Gatter braucht der Wald – da wird das Sturmholz gleich verarbeitet. Um neue Konzepte zu entwickeln oder Themenpakete zu schnüren sei 2018 gar keine Zeit gewesen, sagt Sechtling.

„Wir hatten gut zu tun mit den Standardaufgaben“. Aber Neues war offenbar auch nicht nötig: Die Angebote der Einrichtung, die zu den Niedersächsischen Landesforsten gehört, sind so beliebt, dass das Haus 2018 praktisch ausgebucht war.

Das gilt auch bereits für 2019, es gibt nur noch wenige Nischen im Oktober und November und einige Wochenenden, an denen sich noch niemand angemeldet hat. Was viele lockt, ist natürlich der Umstand, dass der Jugendwaldeinsatz als Betriebspraktikum zählt. Da gebe es eine ganze Reihe von Schulen, die jedes Jahr mit ihren Klassen kommen. Wenn dann, wie vor Kurzem, eine Eichenplantage angelegt wird, um Nachwuchs für die im Sturm gefallenen Bäume zu züchten, dann begreifen das viele schnell als eine sinnvolle Tätigkeit. 

Jugendliche lernen mehr über den Wald

Und wie nebenbei lernen die Jugendlichen eine ganze Menge dazu. Was macht der Borkenkäfer eigentlich? Wie muss man Bäume pflegen und schützen, bis sie zum Beispiel groß genug sind, dass man die Wuchshüllen, die sie vor Wildverbiss bewahrt haben, wieder abnehmen kann? Was auch eine Aufgabe für die Schüler ist. Während die älteren Schulklassen eher von weiter her kommen, nutzen Grundschulen vor allem aus der Region das Angebot des WPZ. Die Kinder können spielerisch den Wald kennenlernen, untersuchen Gewässer, und sie nutzten gern das „Wolfsprogramm“, eine Lerneinheit mit interessantem Anschauungsmaterial und einem Gipspfotenabdruck zum Selbermachen. Die Lehrer können individuell aus dem Programm des WPZ das Passende für ihre Klasse auswählen. Neue Klassen habe man auf der Messe Didacta gewonnen, berichtet Sechtling. Sogar eine Anfrage aus Russland sei eingetroffen, eine Gruppe mit Teilnehmern aus verschiedenen Schulen hat Interesse angemeldet.

Während früher in den Sommerferien auch das Personal des WPZ Pause machen konnte, sei längst in diesem Zeitraum alles mit Freizeitgruppen belegt. Selbst Silvester seien Gäste da. Es habe auch Anfragen für den Januar gegeben, „aber da müssen wir renovieren“.

Übernachtungsangebot ist beliebt

Rund 1500 Personen nutzen das Waldpädagogikzentrum Haus Steinberg im Jahr, diese Zahl sei jetzt seit mehreren Jahren ziemlich stabil, sagt Leiterin Jennifer Sechtling. Zusammen seien das 4800 bis 5100 Übernachtungen jedes Jahr. Das Haus und seine Angebote können von Schulklassen und Jugendgruppen, aber auch von Freizeitgruppen genutzt werden. Erlebnis- und Projektklassenfahrten werden angeboten und der traditionelle Jugendwaldeinsatz (Forstpraktikum). Zwei Hauswirtschafterinnen teilen sich 1,5 Stellen, eine Reinigungskraft und ein „FÖJler“ (Freiwillige Ökologisches Jahr) gehören ebenso zum Team wie eine Gärtnerin und ein fester Forstwirt, der nach Bedarf durch weitere Forstwirte unterstützt wird. Außerdem arbeitet das WPZ mit zertifizierten Waldpädagogen zusammen und mit dem Mittelalterdorf Steinrode.

Dass man die Preise im neuen Jahr anheben müsse, schrecke offenbar niemanden ab. Mehrere Jahre seien die Tarife gleich gewesen, aber nun sei man um eine Anpassung nicht herumgekommen. Das WPZ wird durch die Niedersächsischen Landesforsten subventioniert. Im neuen Jahr kostet ein zweiwöchiger Jugendwaldeinsatz (zwölf Tage) mit Unterkunft, Verpflegung und Programm 195 Euro. Je ein Forstwirt betreue dabei acht Schüler, sagt Sechtling.

Die fünftägigen Klassenfahrten kosten dann 140 Euro pro Person. Im März und November gibt es zehn Prozent Nebensaisonrabatt. 

Kontakt Waldpädagogikzentrum Hann. Münden: 

Ansprechpartnerin für Buchung und Informationen ist Jennifer Sechtling, Tel.:0171/86 08 741. Waldpädagogikzentrum Göttingen-Haus Steinberg, Kohlenstraße 101, 34346 Hann. Münden, Fax: 05543/96 16 28, oder hier. 

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