Luchse auf Vormarsch: Jungtier tappt im Mündener Forst in Falle

Altkreis Münden. Luchse breiten sich in der Region aus. Erstmals ist im Bereich des niedersächsischen Forstamtes Münden ein Luchs in eine Kastenfalle getappt. In die Falle hatte der Forst ein gerissenes Reh als Köder gelegt, um eine kürzlich gesichtete Luchsin zu fangen und mit einem Halsbandsender auszustatten.

Der Sender sei wichtig, um mehr über die Weges des Luches zu erfahren, erklärt Michael Rudolph von den Landesforsten. Eine Überprüfung der zuvor entdeckten Spuren erhärteten den Verdacht der Forstexperten, dass es sich „nicht um einen Einzelluchs, sondern vielmehr um eine Luchsin mitsamt ihren wohl drei Jungtieren handelt“, so Rudolph.

In die Kastenfalle war ein männliches Jungtier getappt, das mit einem Gewicht von zwölf Kilogramm jedoch zu leicht für einen Halsbandsender ist. Deshalb markierten die Forstleute eine Ohrmarke und entließen den Jungluchs wieder in die Freiheit.

Beobachtungen des Jungtieres könnten nun einen ersten Eindruck von der Streifgebietsgröße der Luchsmutter geben und vielleicht später auch Informationen über die mögliche Abwanderung des jungen Männchens liefern, heißt es beim Landesforst. Im Sommer des vergangenen Jahres war im Bramwald bei Bühren ein mit einem Sender ausgestatteter Luchs festgestellt worden. „Es werden mehr Luchse“, sagt Jörg Behling vom Forstamt Münden, „vor zehn Jahren hätten wir hier noch nicht über Luchse gesprochen“.

Im benachbarten hessischen Werra-Meißner-Kreis wird bereits seit 2010 jährlich Luchsnachwuchs bestätigt. Das kleine Vorkommen steht laut Forst in Verbindung mit der im Harz seit 2000 wieder angesiedelten Luchspopulation. Erstmals gibt es nun aber in diesem Winter den Beweis, dass das Revier zumindest eines der führenden Weibchen bis in den niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes hineinreicht. (awe)

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