Lüge zur Vaterschaft flog auf: Mutter zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt

Hann. Münden. Eine 35-jährige Angeklagte Anja R. (Name geändert) aus Hann. Münden wurde vor dem Mündener Amtsgericht wegen falscher eidesstattlicher Versicherung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die vierfache Mutter, die in der Vergangenheit schon wegen 33 Betrugsfällen zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden war, akzeptierte das Urteil am Ende der Verhandlung und bekannte sich schuldig.

Nach der Geburt eines ihrer vier Kinder vor vier Jahren unterschrieb R. eine eidesstattliche Versicherung, die ihrem aus dem Kosovo stammenden Mann ein Visum bescheren sollte. Darin erklärte sie, dass der Mann der Vater ihres Kindes sei und sie mit ihm zusammenleben und auch weitere Kinder haben möchte. Zudem sei sie nach der Geburt auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen.

Jedoch hat sie laut Staatsanwältin und Richter bewusst gelogen. Denn der Kosovare konnte mit Blick auf den Zeugungstermin nicht in Frage kommen. Das ging auch aus dem Vaterschaftstest hervor. Dennoch hatte ihr Mann das Visum erhalten. Aber nach der Scheidung, als es um das Sorgerecht für die Tochter ging, sagte R., dass der Kosovare nicht der Vater sei.

„Ich wollte einfach nicht, dass mein Ex-Mann meine Tochter bekommt“, sagte die Angeklagte.

„Sie haben gelogen“, sagt der Richter klar in Richtung der Angeklagten, „man kann sich nicht alles so legen, wie es einem grade passt. Insbesondere nicht vor Gericht! Die Justiz muss sich verlassen können, dass vor Gericht nicht gelogen wird.“ Immer wieder bezog sich der Richter auf widersprüchliche Aussagen von R., die am Ende das Urteil akzeptierte. (nic)

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