Mäuse werden zur Plage: Junge Eichen und Buchen sterben ab

Niedlich, aber nicht ohne: Die Rötelmaus gehört zu den Mausarten, die derzeit den jungen Bäumchen in den Niedersächsischen Landesforsten zu schaffen machen.

Altkreis Münden. In Forst und Feld gibt es derzeit so viele Mäuse, dass sie zu einer Gefahr für den Wald werden. Für viele junge Eichen und Buchen ist es schon zu spät.

Kleine Nager bringen jungen Wald in Gefahr: Wo die Niedersächsischen Landesforsten nach dem Orkan Kyrill 2007 mit Eichen, Buchen, Fichten, Douglasien und Ahornen aufgeforstet hatten, haben Mäuse bereits große Schäden angerichtet, berichten die Landesforsten.

„Die zu den Wühlmausarten zählenden Kurzschwanzmäuse Erd-, Feld-, Rötel- und Schermaus können durch ihren Fraß die jungen Bäume bis zum Absterben schädigen“, beschreibt Mathias Aßmann, verantwortlich für den Waldschutz in den Landesforsten, die aktuelle Situation.

Im alten Jahr hatten die Forstleute noch auf strengen Frost gehofft, der die Zahl der Mäuse, die sich in Wald und Feld ungewöhnlich stark vermehrt hatten, verringern würde. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

Inzwischen lege man Köder aus, sagt Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst, Leiter des Forstamtes Münden. „Um die nächste Waldgeneration effektiv zu schützen, müssen die Landesforsten auch auf chemische Präparate zurückgreifen. Wir haben keine Wahl, nur so können wir die jungen Bäume retten“, erklärt dazu Mathias Aßmann.

Der Nageschaden einer Erdmaus. Fotos: dpa/Landesforsten

Im Bramwald, auf dem Steinberg, bei Oberode und an anderen Stellen im Altkreis Münden war nach Kyrill aufgeforstet worden. Jetzt sind dort so viele Mäuse unterwegs, dass diese jungen Bäume auf rund 70 Hektar in Gefahr seien, so der Forstamtsleiter. Wie groß die Schäden bereits sind, werde derzeit ermittelt.  Im Herbst hatten die Mäuse auf den ehemaligen Kyrill-Freiflächen reichlich Gräser und Samen vorgefunden. Da dort keine alten Bäume stehen, die den Boden beschatten, wächst das Gras dort reichlich. Zudem hielt die Vegetationsperiode sehr lange an, wodurch die Nager sich massenhaft vermehren konnten.

Jetzt, wo diese Nahrung nicht mehr zur Verfügung steht, weichen sie auf die Rinde oder auch die Wurzeln der jungen Bäume aus. Die Mäuse graben sich Gänge unter dem Schnee bis an die Bäumchen.

Ein Teil der Bäume sei zu 100 Prozent geschält, sagt Dr. Schmidt-Langenhorst. Im Frühjahr werde dann erneut nachgepflanzt werden müssen. (tns)

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