„Diese Schulform braucht viel Herz“

Mark Bödefeld ist neuer Schulleiter der Oberschule Dransfeld

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Mark Bödefeld arbeitet seit zwei Jahren an der Oberschule Dransfeld. 

Seit dem 1. Februar ist Mark Bödefeld Schulleiter der Oberschule Dransfeld – bis zur Ernennung durch die Landesschulbehörde zunächst in kommissarischer Funktion. Der ehemalige Konrektor tritt damit die Nachfolge von Sabine Hawellek an, die Ende Januar in den Ruhestand gegangen ist.

Mark Bödefelds Bürotür steht offen, auch wenn er Gäste hat. Hinter seinem Schreibtisch hängt ein Bilderrahmen mit dem Spruch „Die besten Lehrer lehren aus dem Herzen“. Auf einem Tisch in der Ecke steht ein Playmobilmännchen neben einer Wutskala von 1 bis 10 – für die besonders emotionalen Gespräche.

Bödefeld zog im Alter von fünf Jahren nach Hann. Münden, erzählt er im Gespräch mit der HNA. Der studierte Grund- und Hauptschullehrer für Mathematik, Deutsch und Sport absolvierte sein Referendariat an der Haupt- und Realschule Adelebsen.

Danach ging er für ein Jahr an die Förderschule Immenhausen, die ihren Schwerpunkt auf emotional und sozial auffällige Schüler legt. „Das sind Schicksale, denen man sonst nicht im Alltag begegnet“, sagt der 51-Jährige. Daraufhin habe er gelernt, locker mit Provokationen und Problemen umzugehen. „Im Vergleich dazu sind Probleme an Regelschulen zu schaffen.“ Die nächste Station für Bödefeld war die Förderschule im Auefeld in Hann. Münden, mit den Schwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung. Dort lehrte er für 15 Jahre. „Das sind Schüler, an denen mein Herz hängt“, sagt der Vater zweier Kinder.

Will den Standort Dransfeld stärken

Sein Interesse gelte integrativen Schulformen mit einem Klientel, das Unterstützung benötige. „Ich wäre der komplett Falsche für ein Gymnasium.“ Er fühle sich wohler im Umfeld älterer Schüler, sagt Bödefeld. So ging er, nachdem er drei Jahre lang die Leitung der Grundschule Hermannshagen innehatte, vor zwei Jahren als Konrektor an die Oberschule Dransfeld. „Eine Schulform wie diese braucht viel Herz“, sagt Bödefeld“.

An der Schule am Hohen Hagen gefalle ihm unter anderem die familiäre Atmosphäre – jeder Kollege kenne jeden Schüler und umgekehrt. Eine Besonderheit des Schulsystems: Die Kinder werden in den Klassen fünf bis acht integrativ unterrichtet, erklärt der Schulleiter. Das bedeutet: In Klasse fünf werden alle Schüler im Klassenverband unterrichtet. In Klasse sechs und sieben werden Mathe und Englisch in Kurse nach Grund- und erweitertem Niveau unterteilt. In Klasse acht dann auch in Deutsch. Halbjährlich können Schüler das Kursniveau wechseln.

"Hauptschulzweig ist keine Sackgasse"

Momentan sei die Schulform noch nicht weit bekannt. Dabei sei die OBS durch die Buslinie 120 gut angeschlossen und biete Kindern und Eltern die Möglichkeit, erst nach Klasse acht eine Entscheidung für die Schulform zu fällen. An der Oberschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe 1 erlangt werden – also Haupt-, Real- und erweiterter Realschulabschluss.

„Eine Entscheidung für einen Zweig hat nichts mit einer Sackgasse zu tun“, sagt Bödefeld. Auch im Hauptschulzweig, sei ein Realschulabschluss noch möglich. Als Schulleiter möchte Bödefeld den Standort der Oberschule stärken.

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