Udo Schmidt erhält den Innovationspreis des Landkreises für seinen automatischen Huf-und Klauenpfleger

Massage für die Kuh-Klauen

Die erste Maschine: Udo Schmidt mit dem noch handbetrieben Reinigungsgerät, das vor fünf Jahren entstanden ist. Foto: Helm

Kreis Göttingen. Eigentlich hat er es nur aus Mitleid mit seiner Tochter getan. Mittlerweile ist es kalkulierter Geschäftssinn. Udo Schmidt aus Adelebsen hat einen automatischen Huf- und Klauenpfleger entwickelt und dafür Anfang November 2009 den Innovationspreis des Landkreises Göttingen in der Kategorie Handwerk und Dienstleistungen erhalten.

„Als ich meine damals 14-jährige Tochter Juliane öfters zum Reiten begleitet habe, ist mir aufgefallen, wie viel Mühe die Pflege der Hufe bedeutet“, berichtet Schmidt. Das müsste doch auch automatisch funktionieren, überlegt er sich und beginnt, in seiner Freizeit an einem Gerät zu basteln. 50 mal 80 Zentimeter misst der handbetriebene unscheinbare kleine Kasten, der ein wenig an einen Schuhputzautomaten erinnert. Das Prinzip ist einfach: Das Tier betritt einen Stahlrost, darunter rotieren gegenläufig Bürsten, die die Klaue oder den Huf von Schmutz befreien.

Gemeinsam mit seiner Tochter probiert Schmidt das Gerät im Stall aus, die Tiere scheinen die Fußmassage zu genießen. „Als wir gesehen haben, dass es tatsächlich funktioniert, haben wir es als Patent angemeldet.“

Mithilfe eines EU-Zuschusses baut Schmidt den ersten automatischen Prototypen. 1000 Kilogramm wiegt der, ist insgesamt fünf Meter lang und 1,20 Meter breit. Die Maschine springt an, sobald das Tier eine Lichtschranke passiert, der abfallende Dreck wird von einem Förderband abtransportiert. Schmidt macht Testläufe in einem Pferdestall in Schönhagen, in einem Kuhstall in Mecklenburg und in der Landesversuchsanstalt Niedersachsen in Echem – mit „mehr als zufriedenstellenden Ergebnissen“, wie er sagt. Bei der Messe Euro Tier 2008 in Hannover bekommt Schmidt für seine Maschine die Neuheiten-Silbermedaille verliehen. Gemeinsam mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern und seinem Sohn präsentiert er dort seine Erfindung zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

„Die Leute waren unglaublich interessiert, wir konnten viele Kontakte knüpfen, bis nach Israel, in die Türkei und nach Indien.“ Hier sei ihm das erste Mal bewusst geworden, wie groß der Bedarf an einer solchen Maschine eigentlich sei. Schmidt beginnt damit, die Maschine serientauglich umzubauen, sie durchläuft Praxistests und wird auf Reparaturaufwand, Wartungsaufwand und Haltbarkeit überprüft. 100 000 Euro kostet die Entwicklung der Maschine, für 25 000 Euro ist sie erhältlich. „Für eine erste limitierte Auflage bieten wir aber auch großzügige Verkaufshilfen an“, sagt Schmidt.

Hergestellt werden die Reiniger bei der Firma Höhmann in Immenhausen. „Ob ich das Ganze noch einmal machen würde, weiß ich nicht“, sagt Schmidt. Aufgeben komme aber nicht in Frage. „Unsere ganze Familie glaubt an dieses Projekt, und die vielen Anfragen bestätigen diese Entscheidung.“ Schmidt ist fest davon überzeugt, dass er sich auf seinen Geschäftssinn verlassen kann.

Kontakt: Schmidt Land- und Gartentechnik, Eberhardstr. 2, 37139 Adelebsen, Tel.: 05506/999880, Fax.: 05506/999884

http://schmidt-gartentechnik.com

Von Belinda Helm

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