Der Winter ist die Zeit für Jäger – Förster organisieren und begleiten dabei

Maßvoll auf der Jagd

Besprechung: Alle Jagdteilnehmer müssen sich an bestimmte Regeln halten. Der Förster Klaus Kornau (links) organisiert und begleitet das Ereignis. Fotos: Mühlhausen

ALTKREIS MÜNDEN. Die vegetationslosen Monate sind auch immer die Monate der Jagd. „Die Jagd ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, auch wenn wir leider wenig Zeit dafür haben, selber auf Jagd zu gehen“, sagt Förster Klaus Kornau, den wir durchs Jahr begleiten. Deshalb komme der Organisation und der Gestaltung der Jagd eine größere Rolle zu als der aktiven Jagdausübung.

Dabei geht es vor allem darum, wie die Jagd möglichst effektiv und erfolgreich gestaltet werden kann.

So bindet das Forstamt sehr viele Jäger aus der Region ein, die kein eigenes Revier haben und im Staatsforst mit auf Jagd gehen. Zum einen sind das die so genannten „Begehungsscheininhaber“ und Jagdgäste, die für eine gewisse Zeit in einem Revierteil gegen Entgelt mit auf Jagd gehen können und das erlegte Wild bei der Forstverwaltung abgeben müssen.

Zum anderen aber auch die Pächter von Waldrevieren: Sie zahlen deutlich mehr, dürfen aber dafür für eine längere Zeit in einem Revier jagen und das geschossene Wild auch behalten. Alle haben sie gemein, dass sie nicht wie einst der Jäger aus Kurpfalz das Wild schießen können „wie es grad gefällt“, sondern sich an Regeln halten müssen. So ist etwa genau definiert, wie viel Rehe sie mindestens und höchstens schießen dürfen.

Während für viele Jäger die Jagd eine tolle Freizeitaufgabe in der Natur ist, stellt sie für Klaus Kornau eine wichtige Grundlage seiner Arbeit dar: „Wild macht Schaden, wenn es überhand nimmt. Da es Bär, Wolf und Luchs bei uns nicht mehr gibt, die eine Regulierung der Wildbestände übernehmen könnten, müssen wir das übernehmen, um größere Schäden von Wald und Feld abzuwenden.“

So führe beispielsweise ein zu großer Bestand an Rehen dazu, dass junge Waldbäume nur mit teuren Schutzzäunen groß werden könnten. Und ein zu hoher Wildschweinbestand führe nicht nur zu großen Wildschäden in den Feldern, sondern auch zu einem hohen Krankenstand. Durch die Schweinepest etwa, die in Überpopulationen ausbreche, würden auch Hausschweine gefährdet.

Schließlich gehe man verstärkt auch an Unfallschwerpunkten auf Jagd, etwa an der Ballertasche zwischen Hemeln und Gimte. Denn ein Zusammenstoß mit Wild ende für das Wildtier meist tödlich und auch für den Autofahrer häufig mit Sach- und Personenschaden.

Um die Jagd möglichst erfolgreich zu gestalten, wird sie in den Wintermonaten häufig als Gesellschaftsjagd organisiert, bei der strenge Sicherheitsbestimmungen gelten und Treiber sowie ausgebildete Stöberhunde das Wild aufscheuchen.

Kürzlich wurden bei Kornau bei einer solchen Jagd im Bramwald zum Beispiel 13 Wildschweine, sieben Rehe und fünf Füchse geschossen - und das bei einem jährlichen Gesamtjahresabschuss von 60 Rehen und rund 30 Wildschweinen in Kornaus Revier. „Vor allem die Wildschweine lassen sich so deutlich besser bejagen als auf der Einzeljagd, weil sie einfach sehr clever sind“, sagt Kornau.

Von Christian Mühlhausen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.