Neues Gesetz

Mehr Prostituierte  im Landkreis Göttingen gemeldet

Im Landkreis Göttingen haben sich 2019 bis Mitte Dezember 75 Personen angemeldet, die im Prostitutionsgewerbe aktiv sind. 

Dies teilte die Kreisverwaltung in Göttingen auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das sind mehr als im Vorjahr. 2018 waren es nach Angaben des Landkreises 41.

Erst seit dem Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes im Juli 2017 ist die Anmeldung bundesweit Pflicht. Personen ab 21 Jahren müssen sich alle zwei Jahre neu anmelden, Prostituierte zwischen 18 und 21 Jahren müssen dies jährlich tun.

Angemeldet hätten sich im vergangenen Jahr überwiegend Frauen, es seien aber auch Männer darunter. Die Altersspanne liege zwischen 22 und 56 Jahren. Wie der Landkreis weiter mitteilte, kommen die Personen zum großen Teil aus dem osteuropäischen Raum. 

Genauere Angaben dazu, wo die gemeldeten Personen ihrem Gewerbe nachkommen, machte der Landkreis nicht. Er verwies vielmehr darauf, dass die Personen die Möglichkeit hätten, ihre Tätigkeit für das gesamte Bundesgebiet anzumelden.

Ein Großteil sei außerdem örtlich nicht gebunden. Zudem scheine eine Verlagerung hin zu Haus- und Hotelbesuchen stattzufinden. Grundsätzlich muss die Anmeldung dort erfolgen, „wo man schwerpunktmäßig tätig werden möchte“, informiert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf seiner Homepage.

Der Landkreis geht bei den vorliegenden Anmeldungen nicht davon aus, dass damit alle Frauen und Männer erfasst sind, die im Rotlichtmilieu arbeiten. Die Dunkelziffer der in der Prostitution tätigen Personen werde nach wie vor als hoch eingeschätzt.

Niedersachsenweit gibt es offiziell mindestens 3200 Prostituierte. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das Amt im November für den Stichtag 31. Dezember 2018 veröffentlichte. 

Bundesweit waren danach Ende 2018 rund 32 800 Personen in diesem Gewerbe gemeldet. 25 000 waren 21 bis 44 Jahre alt, 5700 waren 45 Jahre oder älter und 2000 zwischen 18 und 20 Jahren alt.

6200 Prostituierte, 19 Prozent, hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Die drei häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten der Prostituierten waren nach Angaben des Bundesamtes die rumänische mit 35 Prozent, die bulgarische mit zehn Prozent und die ungarische mit sieben Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.