Mindestlohn sorgt für Arbeitsplätze im Landkreis

Hann.Münden. Der vor zwei Jahren eingeführte Mindestlohn hat dem Landkreis Göttingen viele neue Jobs gebracht, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

NGG-Geschäftsführer Manfred Tessmann: „Mitte 2016 waren im Kreis Göttingen 125.562 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt - 2,7 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor, als es den gesetzlichen Mindestlohn noch nicht gab.“ Niemand spreche mehr vom „Schreckgespenst Mindestlohn“, so Tessmann in einer Pressemitteilung. Auch Arbeitgeber, die vorher von einem „Job-Killer“ und einer „Konjunktur-Bremse“ gewarnt hatten, seien in der Realität angekommen und kleinlaut geworden, so der NGG-Sprecher.

Gerade Hotels, Restaurants und Gaststätten im Landkreis Göttingen hätten nach seinen Worten in der Mindestlohn-Phase mehr Personal eingestellt. In dem Gewerbe arbeiteten vor einem halben Jahr rund 4230 Menschen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job - ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014. Nach dem Anstieg des Mindestlohns zum Jahresbeginn von 8,50 auf 8,84 Euro ruft die Gewerkschaft alle Mindestlohn-Beschäftigten auf, einen „Januar-Lohncheck“ zu machen. Tessmann: „Die Lohnabrechnungen sollten kontrolliert werden, am Ende müssen die geleisteten Stunden und das Geld passen.“ Der NGG-Geschäftsführer warnt vor „Lohn-Tricksereien durch die Hintertür“: „Es ist eine beliebte Chef-Masche, die Menschen länger arbeiten zu lassen, die Überstunden aber nicht zu bezahlen. Das ist illegal.“

Für die NGG ist beim Mindestlohn aber noch „deutlich Luft nach oben“: Der NGG-GEschäftsführer spricht sich für eine schnelle Anhebung aus: „Wir müssen auf zehn Euro pro Stunde kommen und dann irgendwann auf 11,50 Euro. Alles andere bedeutet später Altersarmut für die Betroffenen.“

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