1600 Kilometer Leitungen der EAM werden in Dransfeld überprüft

Mit Technik dem Gas in Dransfeld auf der Spur

Spüren mögliche Gaslecks in der Region auf: Roy Nitsche (links, Gasspürer) und Josef Paluch (Rohrnetzmeister Regioteam Northeim)
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Spüren mögliche Gaslecks in der Region auf: Roy Nitsche (links, Gasspürer) und Josef Paluch (Rohrnetzmeister Regioteam Northeim)

Auf der Suche nach möglichen Gaslecks war Gasspürer Roy Nitsche in den vergangenen Tagen in Teilen von Adelebsen, Hardegsen, Dransfeld und Niemetal unterwegs. Bis zu 15 Kilometern legte er dabei jeden Tag mit der Teppich-Sonde zurück.

Dransfeld – Es sieht ein bisschen aus wie ein Metalldetektor oder ein Staubsauger – doch das Gerät mit dem Roy Nitsche am Dienstagmorgen durch die Straßen von Dransfeld läuft, ist ein Gasspürgerät. Mit dem hochsensibelen Gerät überprüft er im Auftrag des Energieversorgungsunternehmen EAM das Gasnetz in Teilen von Adelebsen, Hardegsen, Dransfeld und Niemetal. Rund 1600 Kilometer des insgesamt 5000 Kilometer langen Gasnetz werden überprüft. „An einem Tag lege ich schon so zwölf bis 15 Kilometer zu Fuß zurück“, sagt Gasführer Roy Nitsche.

Die sogenannte Teppich-Sonde, mit der der Gasspürer durch die Straßen läuft, saugt die Bodenluft an und prüft die Luft nach möglichen Methangehalt. „Das Gerät ist so genau, das es bereits bei kleinsten Mengen von Gas anschlägt“, sagt Nitsche. Bei Regenwetter kann nicht gemessen werden. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, funktioniert der Sensor nicht. Doch nur selten findet der Gasspürer ein größeres Leck. Zwei bis drei Schäden werden im Durchschnitt gefunden. „Letztes Jahr habe ich auf 168 Kilometern zwei Lecks entdeckt“, so Nitsche. Entdeckt der Gasspürer doch einen großeren Schaden, wird es markiert. „Dort machen wir dann kleine Bohrungen, um den Gasaustritt zu finden“, sagt Josef Paluch, Rohrnetzmeister des Regioteam Northeim. Ist die Stelle gefunden, wird das Rohr repariert. „Die Rohre können zum Beispiel durch Veränderungen im Erdreich beschädigt werden“, erklärt Paluch. Auch Frost und Eis spielen dabei eine Rolle. „Nach besonders kalten Wintern müssen die Leitungen überprüft werden. Durch Frost können sie beschädigt werden, ähnlich wie bei Wasserleitungen “, so Paluch.

Gasspüren bis vor die Haustür

Auch die Anschlussleitungen zu den Häusern werden geprüft. Oft steht Roy Nitsche in fremden Vorgärten. „Die Leute wundern sich oft, wenn ich unterwegs bin. Aber wenn ich ihnen erkläre, was ich mache, haben sie immer Verständnis“, sagt er. Auf einem Gerät, das Roy Nitsche um den Bauch trägt, kann er alle wichtigen Informationen ablesen. Spürt das Gerät Gas auf, gibt es ein akustisches Signal. Einen Straßenplan hat der Gasspürer auf dem Tablet dabei. „Dort sehe ich genau wo welche Gasleitungen liegen. Auch die Anschlussleitungen zu den Häusern sind dort markiert“, sagt Nitsche. Hat er die Anschlussleitungen überprüft, kann er diese auf dem Tablet digital abhaken. „Früher mussten die Gasspürer noch mit unterschiedlichen Karten auf Papier arbeiten“, sagt Thomas Dreer von der EAM. Die Gasspürer waren zu zweit unterwegs. Einer hat das Gerät bedient und der Kollege hat die Karte gelesen. „Ab und zu schicken wir einen Lotsen mit, zum Beispiel an viel befahrenen Straßen, wo es auch schon mal gefährlich werden kann“, sagt Dreer.

„Viele Leute haben Angst vor einem möglichen Gasaustritt“, weiß Josef Paluch. Aber er kann beruhigen. „Durch einen Geruchsstoff, der dem Gas zugesetzt wird, kann man einen Gasaustritt meist schnell erkennen“, sagt er. Bei einem Austritt kann das Gas erst ab einer bestimmten Menge gefährlich werden. Damit das nicht passiert, sind die Gasspürer unterwegs. (Eva Krämer)

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