Pilotprojekt schafft Alternative

Mobiles Impfzentrum in Staufenberg (Kreis Göttingen) gestartet

Ein Teil des Organisations-Teams, die vor Ort für einen reibungslosen Ablauft sorgten und freundlich unterstützten: Juliane Fuchs, Alina Kahlke, Michéle Siebrecht, Dominik Feist, Steffen Grede und Carsten Piassek (von links).
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Ein Teil des Organisations-Teams, die vor Ort für einen reibungslosen Ablauft sorgten und freundlich unterstützten: Juliane Fuchs, Alina Kahlke, Michéle Siebrecht, Dominik Feist, Steffen Grede und Carsten Piassek (von links).

300 über 80-jährige Staufenberger haben ihre erste von zwei Impfungen gegen das SARS-CoV-2 Virus erhalten.

Der Landkreis Göttingen hatte an diesem Wochenende in der Sporthalle in Landwehrhagen ein Impfzentrum eröffnet, um den Bürgern der Gemeinde ihren Weg hin zur Impfung zu erleichtern.

Für das Pilotprojekt hatte der Landkreis Göttingen zwei mobile Impfteams parallel koordiniert und jeweils mit den notwendigen Materialien ausgestattet, um die Anzahl an Impfungen an zwei Tagen realisieren zu können. Wir haben den Beginn der Impfungen in Staufenberg begleitet.

„Ich freue mich über diese Möglichkeit, nicht nach Göttingen in das Corona-Impfzentrum gefahren werden zu müssen. Und ich glaube auch, dass die Impfmöglichkeit vor Ort, viel mehr Menschen erreicht, um sich impfen zu lassen. Den Weg nach Göttingen hätten sicher nicht so viele in Kauf genommen. Ich finde es eine tolle Möglichkeit“, so Edith Brand aus Escherode, die den verabreichten Impfstoff von Biontech/Pfizer gut vertragen hat.

So sieht es auch Wolfgang Kuhn, der sich hat impfen lassen: „Der Ablauf war super organisiert. Es gab nur wenige Wartezeiten. Der Weg nach Göttingen hätte deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen.“ Proaktiv hatte die Gemeindeverwaltung 624 über Bürger über 80 Jahre schriftlich mit einer Interessenabfrage über das Impfzentrum in Staufenberg informiert. 430 Bürger hätten sich für einen Impftermin anmelden wollen.

Per „Glückslos“ habe die Gemeinde dann 300 Termine vergeben können. Damit die Organisation mit einem sehr knappen Zeitplan funktionierte, hatten Gemeindemitarbeiter alle Interessenten telefonisch kontaktiert und die vorab auszufüllenden Unterlagen persönlich in den Briefkasten geworfen. Ein Kraftakt, der gut funktioniert habe, so Gemeindebürgermeister Bernd Grebenstein, der stolz ist auf die geleistete Arbeit innerhalb der Gemeinde und auch unter allen Beteiligten.

„Aufgrund der Knappheit des zu Verfügung stehenden Impfstoffs müssen wir den Impfstoff in allen 18 Gemeinden gerecht verteilen,“ erklärt die Krisenstabsleiterin Marlies Dornieden.

Sie sei dennoch glücklich über die geschaffene Situation, die Impfmöglichkeit vor Ort in Staufenberg anbieten zu können. Und das dieses Angebot auch genauso gut angenommen wurde.

Als weit von Göttingen entfernte Gemeinde sei diese Entscheidung richtig gewesen, freut sich Bürgermeister Bernd Grebenstein zu dem gelungenen Pilotprojekt: „Eine Mannschaftsleistung im Sinne der geimpften Menschen, die jetzt mehr Sicherheit und Schutz vor dem gefährlichen Virus haben und denen Wege und Strapazen in weit entfernte Impfzentren erspart werden konnten.“

Damit kein Impfstoff verfalle, hatte es eine Nachrückerliste gegeben. Denn geimpft wurde nur, wer beispielsweise fieberfrei war. Für Termine, die wegen Krankheit abgesagt werden mussten, rückten andere Interessenten nach.

Patrick Moritz, der Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung vom Landkreis Göttingen, lobte seinerseits eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Gemeinde Staufenberg vor Ort, den Ärzten sowie mit den Hilfskräften des ASB Göttinger Land, dem DRK Göttinger Land und der Freiwilligen Feuerwehr: „Wir ziehen positive Bilanz und überlegen nun im Landkreis, wie wir an diesem Vorzeigebeispiel weiter anknüpfen können.“ (Silke Kuri)

Machten sich stark für ein mobiles Impfzentrum in Staufenberg: Bernd Grebenstein, Patrick Moritz, Marlies Dornieden und Peter Kanne (von links).

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