Möglicher Stadtwald-Verkauf: Tafelsilber wieder auf dem Tablett

Hann. Münden. Es gilt als das Tafelsilber der Stadt Hann.Münden: der Stadtwald. Rund 28 Millionen, so die aktuellen Schätzungen, würde ein kompletter Verkauf der Stadt bringen.

Damit, so der Kämmerer Wolfgang Hodan, wäre man auf einen Schlag die langfristigen Schulden los. Der Verkauf ist als Option auch in der „Giftliste“ der Stadt vermerkt, um den Haushalt abzusichern. Dieser Posten wird auch nach wie vor bleiben, das wurde mehrheitlich im jüngsten Umweltausschuss der Stadt beschlossen; mit dem Zusatz: Bei einem möglichen Verkauf, der nur den kompletten Stadtwald betreffen soll, würden die Erlöse für den Schuldenabbau eingesetzt. Der Wald sollte dabei nicht verramscht, sondern zum „Buchwert“ verkauft werden.

Die Leiterin des Stadtwaldes, Susanne Gohde, erläuterte, dass auf die Stadt im Falle des Wald-Verkaufs jedes Jahr knapp 350 000 Euro an Kosten durch interne Leistungsverrechnungen zukommen würden.

Wie gespalten die Ratsmitglieder bei diesem emotional belegten Thema sind, zeigt die Äußerung von Bernd Neander (SPD), der betonte, dass es in der Fraktion keine einheitliche Meinung gebe. Sein CDU-Ratskolllege Gerhard Mundt sagte, er sei mal für den Verkauf des Waldes gewesen, nun nicht mehr. Die Ratsfrau der Grünen, Lena Kürschner, sprach sich gegen einen Waldverkauf aus. Der Schuldenberg drückt, das ist auch bei Sitzungen zur Absicherung des Haushaltes zu spüren. Dr. Franz Bitz, Fraktionschef des Bürgerforums, sagte: „Wir kommen nicht an unangenehmen Entscheidungen vorbei, dafür halte ich auch den Kopf hin. (awe)

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