Neues Buch von Ortsheimatpfleger Martin Czichelski über Blasiuskirche räumt mit Ungereimtheiten auf

Hann. Münden viel älter als gedacht

Übergabe an der Blasius-Kirche: Geschichtsvereins-Vorsitzender Wulf Richter (links) und Autor Martin Czichelski (rechts) stellten das neue Buch über die große Mündener Kirche vor und brachten Bürgermeister Klaus Burhenne, Kirchenvorstandsmitglied Helga Hillebrecht und Superintendent Thomas Henning (mitte von links) Exemplare mit. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden. Nicht drei, sondern vier Steinkirchen liegen unter und in der heutigen St.-Blasius-Kirche verborgen, vorher standen dort vermutlich hölzerne Kirchenbauten, von denen keine Reste mehr blieben.

Es gab lange vor dem vierten Quartal des 12. Jahrhunderts eine Besiedelung am Platz der heutigen Stadt Hann. Münden, auch wenn die erste urkundliche Erwähnung der Stadt auf den 15. August 1183 datiert.

Zu diesem Schluss kommt Ortsheimatpfleger Martin Czichelski in seinem neuen Buch: „Mündener Kirchenbau-Historik am Beispiel von Sankt Blasius“ ist der Titel, herausgegeben durch den Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden.

Gestern überreichten Autor Czichelski und Vereinsvorsitzender Wulf Richter druckfrische Exemplare an Bürgermeister Klaus Burhenne, an Superintendent Thomas Henning und Helga Hillebrecht vom Vorstand der Stadtkirchengemeinde. In dem, was bisher über das Kirchenbauwerk und seine Vorgänger überliefert und veröffentlicht wurde, gab es Brüche und Ungereimtheiten, beschreibt es Wulf. Diese waren in einem Gesprächskreis des Geschichtsvereins über Mündener Kirchen aufgefallen, denn „da kommt man vom Hundertstel ins Tausendstel“. Martin Czichelski nahm die Herausforderung an und ging daran, diese Ungereimtheiten aufzuklären.

Er griff auf reichlich Material zurück, das Wissenschaftler in den vergangenen Jahrzehnten bereits vorgelegt haben, und wertete alles übergreifend aus. Zum Beispiel hatte es in den Jahren 1973 und 1974 archäologische Grabungen gegegeben, deren Ergebnisse jedoch auch wieder Fragen aufwarfen. Durch die Recherchen für seine vorhergehenden Publikationen zur Stadtgeschichte habe er bundesweite Kontakte, die er nutzte, um mit vielen Wissenschaftlern Gespräche zu führen, sagt er. Die frühen Kirchenbauten St. Laurentius in Neumünden, die Ratterkirche in Altmünden sowie die erste Kapelle auf dem Aegidienhügel wurden in die Betrachtung einbezogen. Er freue sich über das neue Buch, sagte Bürgermeister Burhenne. Ortsheimatpfleger Czichelski habe mit seinen Veröffentlichungen immer wieder Neues in Hann. Münden in Bewegung gebracht, sagte er, und erinnerte an die Entdeckung der Hansestadt Münden.

Superintendent Henning beklagte sich augenzwinkernd, dass er nun seinen schönen Text für die Kirchenführung in St. Blasius umschreiben müsse. Er sei schon gespannt darauf, das Buch genau zu lesen. In der Stadtkirchengemeinde, ergänzte Helga Hillebrecht, seien ebenfalls schon viele darauf neugierig und haben die Neuerscheinung bereits vorbestellt. (tns)

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