Der Zauber des Rechnens

Mündener Rechenmaschinen bei Sommerfest des Kasseler Technik-Museums ausgestellt

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Spannende Ausstellungsstücke: Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland aus Hann. Münden und Bernd Scott vom Technik-Museum Kassel zeigen einen Nachbau der Rechenmaschine von Wilhelm Schickard (1592-1635). 

Hann. Münden/Kassel. 100 außergewöhnliche Wagen vom legendären Oldtimer Jaguar E-Type bis zu modernen Fahrzeugen mit Elektro- und Wasserstoffantrieb werden zum Sommerfest des Technik-Museums in Kassel am Sonntag, 8. Juli, kommen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Eröffnung der Ausstellung „Vom Kerbholz zum Computer“, die zunächst bis zum Ende des Jahres gezeigt wird.

Ein großer Teil der Exponate stammt aus Hann. Münden: Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland hat dem Technik-Museumdie Sammlung ihres verstorbenen Mannes Prof. Dr. Peter Faulstich (1946 - 2016) als Leihgabe für Bildungszwecke überlassen.

Grundstein für die Sammlung von frühen Rechenhilfen sowie von über 60 Rechenmaschinen und Computern aus der Zeit von 1894 bis in die 1970er-Jahre war unter anderem eine Rechenmaschine des 1922 gegründeten schwedischen Herstellers „Facit AB“. Sie gehörte Hannelore Faulstich-Wielands Eltern, die in Hann. Münden einen Brennstoffhandel führten.

Nachdem Peter Faulstich im Jahr 1991 einen Vortrag über die „Rechentechnik vom Kerbholz zum Computer“ in der Sparkasse Münden hielt und einige Rechenmaschinen aus seinem Besitz zeigte, wurden ihm zahlreiche weitere Exponate aus der Bevölkerung überlassen, die er stets in Ehren hielt.

„Ich möchte die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich machen und werde am Sonntag um 11.10 Uhr einen kurzen Vortrag halten“, berichtet Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, die wir ihr Mann eine Professur für Erziehungswissenschaft an die Universität Hamburg innehatte. Das Paar hat zwei Söhne, inzwischen gibt es fünf Enkelkinder. Peter Faulstich war unter anderem an der damaligen Gesamthochschule Kassel tätig. An der Uni Hamburg beschäftigte er sich im Bereich der Erwachsenenbildung mit der beruflichen und betrieblichen Weiterbildung.

Nach dem Vortrag von Prof. Faulstich-Wieland spricht Prof. Dr.-Ing. Horst Zuse am Sonntag über den „Ursprung des Computers“. Er ist der Sohn des Computer-Erfinders Konrad Zuse.

Bernd Scott vom Technik-Museum Kassel freut sich mit seinem Team über die Leihgaben aus Hann. Münden. „Das war eine tolle Überraschung. Durch die private Sammlung werden unsere Exponate wunderbar ergänzt“, sagt er.

Besonderen Spaß hat er an dem Nachbau der Rechenmaschine von Wilhelm Schickard (1592-1635) und dem bezaubernden Rechenaffen aus Weißblech, der 1916 patentiert wurde. Stellt man die Füße des Äffchens beispielsweise auf die Zahlen „4“ und „8“, erscheint zwischen seinen Händen die Zahl „32“ als Ergebnis der Multiplikation.

Technik hautnah erleben

Das Sommerfest des Technik-Museums Kassel (TMK) findet am Sonntag, 8. Juli, zwischen 11 und 17 Uhr in der Wolfhager Straße 109 in Kassel-Rothenditmold statt. Erwachsene zahlen fünf Euro Eintritt, Jugendliche und Studenten zwei Euro, Kinder unter sechs Jahre frei, Familienkarte: zehn Euro. Die Führungen sind frei (Spenden erbeten). Diverse Vorträge behandeln die Themen Rechenmaschinen, Computer, Reise durch Raum und Zeit, 170 Jahre Eisenbahn-Entwicklung, Medizintechnik und Elektrotechnik. Es gibt Führungen durch das Technik-Museum/Henschelgelände und Metallmusik mit Walter Sons. 

Infos: www.tmk-kassel.de

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