100 Jahre danach

Museum Hann. Münden zeigt Sonderausstellung zur Novemberrevolution

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Eine Schreibmaschine namens „Record“ der Bernhard Stoewer A.G. in Stettin – hier mit einem Formular, mit dem Kriegsgefangene Entschädigung beantragen konnten. 

„Aufbruch in die Demokratie – Revolution zwischen Weser und Leine 1918 bis 1923“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung, die noch bis Sonntag, 8. September, im Städtischen Museum im Welfenschloss zu sehen ist.

Das Museum Uslar und das Städtische Museum in Hann. Münden haben die Wanderausstellung mit Mündens Stadtarchivar Stefan Schäfer erarbeitet.

„Nach vier Jahren Krieg, Millionen Toten, Elend und Hunger löste im November 1918 die Meuterei kriegsmüder Matrosen eine Revolution in Deutschland aus. 

Während die Monarchie wie ein Kartenhaus zusammenbrach, rangen zornige Revolutionäre und bedächtige Reformer um die Zukunft des Landes. Mit einigen Wochen und Monaten Verspätung begann dann der Aufbruch in die Weimarer Republik auf dem Lande“, heißt es in den Ausführungen zur Ausstellung.

100 Jahre nach der heute fast vergessenen Novemberrevolution zeigen die Museen in Uslar, Hann. Münden, Alfeld und Adelebsen nacheinander die Anfänge der ersten deutschen Demokratie in den Dörfern und Kleinstädten zwischen Weser und Leine.

Neben den geschichtlichen Ausführungen werden zahlreiche Exponate präsentiert – viele mit regionalem Bezug. So werden ein historischer Herd, Haushaltsgegenstände und Kleidung gezeigt. Öl aus Bucheckern wird ausgestellt sowie eine Presse für die Gewinnung dieses Öls.

Auch auf die Produktion von Hagelschrot für Patronen bei Haendler & Natermann in Hann. Münden wird Bezug genommen. Der Turm des Unternehmens wurde für das Turmgießverfahren auf 40 Meter Höhe aufgestockt.

„Im Sommer 1923 kostete ein Glas Bier 15 000 Mark“, erfahren die Besucher zum Thema Inflation.

In eine Schreibmaschine der Marke Stoewer Record, die seinerzeit in Göttingen erworben wurde, ist ein Formular eingespannt. Zurückgekehrte aus der Kriegsgefangenschaft konnten damit ihren Entschädigungsanspruch geltend machen.

Bei der Schreibmaschine handelt es sich um das bekannteste Modell der Stettiner Bernhard Stoewer A.G., das ab 1908 auf dem Markt war. Um 1900 hatte die Nähmaschinen- und Fahrradfabrik auch die Herstellung von Schreibmaschinen aufgenommen.

Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 05541/75 202 und 75 348, wird mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Eintritt für Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr ist frei, darüber kostet er 1,80 Euro, ab 18 Jahren beträgt der Eintritt 2,50 Euro.

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