Musikschule: Kreis wirft Rettungsanker

Musikalische Demonstration: Lehrer und Schüler der Kreismusikschule sowie Eltern und Großeltern der Schüler demonstrierten im Kreishaus mit Musik für den Erhalt des Bildungsangebots. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Der Kreistag soll den Geschäftsführer der Kreismusikschule beauftragen, einen Partner zur Rettung der Einrichtung zu suchen. Das beschloss der Kulturausschuss.

Die Kreispolitiker werfen einen Anker, um die mit einem Defizit von rund 800 000 Euro finanziell schwer angeschlagene Kreismusikschule zu retten. Der Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerschaften des Landkreises Göttingen empfahl in seiner Sitzung am Montagabend dem Kreistag mehrheitlich, Geschäftsführer Dr. Peter Staufenbiel zu beauftragen, einen geeigneten Partner zur Weiterführung des Kreismusikschulangebots zu suchen.

Dabei, so war von mehreren Seiten zu hören, gilt die Volkshochschule Göttingen-Osterode als Wunschpartner. Es haben aber auch private Musikschulen Interesse bekundet.

Kreisrat Marcel Riethig (SPD) versicherte, die Frage sei nicht, ob die Musikschule erhalten wird, sondern wie. Er nannte eine Reihe von Bedingungen:

• Momentan liege der Kostendeckungsgrad bei knapp unter 45 Prozent, der Durchschnitt öffentlicher Musikschulen in Niedersachsen betrage 60 Prozent plus X. Das müsse für die Musikschule des Kreises erreicht werden.

• Das Defizit dürfe nicht höher sein als 500 000 Euro jährlich, das sei ein Drittel weniger als zurzeit.

• Der Zuschussbedarf pro Musikschüler dürfe nicht höher sein 250 bis 300 Euro, zurzeit sind es 400 Euro.

• Einzelunterricht dürfe es nur noch geben für Schüler, die besonders förderungswürdig sind.

Um die Musikschule zu erhalten, habe er erste Sondierungsgespräche geführt, sagte Rechtsanwalt Staufenbiel, seit September 2016 Geschäftsführer der Gesellschaft Kreisvolkshochschule Südniedersachsen, zu der die Musikschule gehört. Mit einem offiziellen Mandat werde er die Gespräche fortführen. Er warnte allerdings davor, sich bei der Partnersuche auf die VHS Göttingen-Osterode zu konzentrieren.

Es sei falsch, anzunehmen, mit der Übernahme der Musikschulverwaltung durch die VHS seien die finanziellen Probleme der Musikschule gelöst. Nötig seien strukturelle Veränderungen. Die Einnahmen müssten verbessert werden, indem Gebühren erhöht werden. Auch sei mehr Werbung und ein breiteres Angebot nötig. Andererseits müssten auch die Ausgaben verringert werden.

Vor Beginn der Sitzung hatte die Betriebsratsvorsitzende der Kreisvolkshochschule Südniedersachsen, Claudia Winkler, die Kreispolitiker eindringlich gebeten, der Musikschule eine Chance zu geben.

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