Ausstellung „Echt krass“ klärt auf über sexuelle Gewalt

Mut zur Zivilcourage wecken

In jeder Schulklasse sitzen Mädchen und Jungen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind. Gemeinsam gegen sexuelle Gewalt bei Kindern und Jugendlichen: Maren Kolshorn von der Kinder- und Jugendberatungsstelle phoenix, Carsten Seydlowsky und Silke Marhauer von der Aufsuchenden Jugendarbeit des Landkreises Göttingen, Hanna Schädel vom Kinder- und Jugendbüro, Kreisrat Marcel Riethig und Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener (von links). Foto: Wiebke Huck

Hann. Münden – Ein Raum voller Hände, ein anderer voller Augen. Darüber, wann Berührungen oder Blicke zu weit gehen, klärt die Ausstellung „Echt krass“ auf, die noch bis zum Mittwoch, 16. Januar, im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden zu sehen ist.

Sie befasst sich mit sexualisierter Gewalt und Grenzen und richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren.

Fünf Stationen bieten den Besuchern verschiedene Themenblöcke an, mit multimedialer Unterstützung.

Die Jugendlichen können in der Ausstellung „Echt krass“ selber aktiv werden.

Es gibt kurze Filme, man kann Erfahrungsberichte anhören und bei einem Flirt-Test mitmachen: Die Mädchen und Jungen werden dazu aufgefordert, selbst einzuschätzen, welche Anmachsprüche in Ordnung sind und welche zu weit gehen.

Wie darf man mit anderen umgehen und welche Grenzen gilt es zu respektieren, wo beginnt sexualisierte Gewalt und wer kann im Notfall helfen?

„Ziel der Ausstellung ist es, Jugendliche für sexuelle Grenzverletzungen zu sensibilisieren und darin zu stärken, sich zu wehren und Hilfe zu holen“, so Hanna Schädel. „Echt krass“ will Mut zur Zivilcourage wecken. Natürlich gibt es aber nicht immer nur erlaubt und verboten. Eine Berührung oder ein Spruch, der für eine Person völlig in Ordnung ist, kann einer anderen bereits deutlich zu weit gehen.

Darum ist es wichtig, nicht nur seine eigenen Grenzen zu kennen und deutlich zu machen, sondern auch sensibel zu sein für die Grenzen anderer.

Hierbei hilft die interaktive Ausstellung „Echt krass“, eine Kooperation der Aufsuchenden Jugendarbeit und der Beauftragten für Jugendschutz des Landkreises Göttingen sowie dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hann. Münden.

Ricarda Ahrens und Barbara Mahlo Ambulante Einzelbetreuerinnen des Fachbereichs Jugend des Landkreises Göttingen arbeiten hören sich an einer der interaktiven Stationen einen Erfahrungsbericht an. Ihnen gefiel der Einsatz moderner Medien in der Ausstellung besonders gut.

Begleitet wird die Ausstellung vom Frauen-Notruf Göttingen, der Kinder- und Jugendberatungsstelle „phoenix“ in Göttingen und der Awo-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Hann. Münden.

Am Mittwoch wurde „Echt krass“ offiziell eröffnet, neben Vertretern der beteiligten Organisationen waren auch Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener und Kreisrat Marcel Riethig anwesend. „In jeder Schulklasse sitzen Mädchen und Jungen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind. Sie haben Gewalt durch Erwachsene erleben müssen oder auch Grenzverletzungen und Übergriffe von Gleichaltrigen“, erklärt Maren Kolshorn von der Kinder- und Jugendberatungsstelle phoenix.

Besucht werden kann die Ausstellung nur nach Voranmeldung von Schulklassen und Jugendgruppen, es gibt inzwischen bereits 25 Voranmeldungen. 

Am Montag, 14. Januar, haben aber auch interessierte Jugendliche, die nicht zu einer Gruppe gehören, die Möglichkeit, die Ausstellung zwischen 17 und 19 Uhr zu sehen. Die ist übrigens bewusst nicht nur ernst gestaltet. Einige Stationens der Ausstellung sind so konzipiert, dass es, für die Besucher durchaus auch etwas zum Lachen gibt.

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