Ehrenamtliche baggerten am Hospiz

Nach Feierabend auf die Baustelle

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Das Freitagsteam auf der Baustelle am Hospiz (von links): Christoph Riedel, Christian Gans, Luca Freter, Fundraising-Beauftragte Jutta Nickel, Denis Andjelkovic, Michael Schade und André Lotze vom Baugeschäft Kirchner GmbH im ehrenamtlichen Einsatz.   

Hann. Münden. „Feierabend“ hieß für 15 Mitarbeiter der Kirchner GmbH Ende nicht "Arbeitsschluss": Freiwillig machten sie weiter mit Erdarbeiten, Schottern und Pflastern. Sie bauten von Donnerstag bis Samstag am Hospiz eine Fläche, auf der zwei Gartenhäuschen aufgestellt werden sollen.

Eigentlich hatte die Fundraising-Beauftragte des stationären Hospizes Hann. Münden, Jutta Nickel, sich bei der Firma ein Angebot eingeholt. Aber dann kam Inhaber André Lotze auf die Idee, in der Belegschaft zu fragen, ob man dem Hospiz nicht ehrenamtlich helfen wolle.

Am ersten Tag hatte er schon zehn Rückmeldungen, wenig später waren es 15. Er stellt die Maschinen für den Einsatz, sodass fürs Hospiz nur noch die Materialkosten anfallen. Jutta Nickel ist begeistert. Ehrensache, dass die Helfer bei der Arbeit verköstigt werden, und eine Helferparty soll es auch geben.

Beim „Beats for Hospiz“ hatten Lotze und Nickel sich über die Hospizarbeit unterhalten und darüber, dass die Einrichtung einen Teil ihrer Aufwendungen selbst aufbringen muss. Er habe überlegt, wie er sich engagieren könne, und hier bot sich die Gelegenheit. „Wenn jeder ein paar Stunden übernimmt, kann man viel erreichen,“ sagt Lotze. Er bringe sich gern ein für etwas, das gut für die Stadt ist. Das können Veranstaltungen sein, Denkmäler, die aufgewertet werden, oder eben auch das Hospiz. Und ihm sei wichtig, Leute zu unterstützen, die sich engagieren, so wie Jutta Nickel.

Die Mitarbeiter, die nicht nur aus Hann. Münden kommen, zogen sofort mit. So wurde ein Arbeitsplan aufgestellt, am Donnerstag nach Feierabend ging es los, am Freitagnachmittag und dann noch mal am Samstag ab sieben Uhr in der Frühe arbeiteten die Männer in wechselnden Teams weiter auf der ehrenamtlichen Baustelle. Samstag Mittag war alles „tipp-top fertig“ teilt Jutta Nickel mit. Damit ist die Basis gelegt für den nächsten Schritt. Zwei Gartenhäuschen, als Bausätze gekauft, sollen aufgebaut werden. In ihnen werden Mülltonnen, Gartenmöbel und Ähnliches Platz finden. Drumherum sollen Sitzgelegenheiten geschaffen werden.

Für den Aufbau der Hütten, der gar nicht so einfach sei, habe sie die Schüler des Fachbereichs Holz der Berufsbildenden Schulen in Hann. Münden mit Lehrer Martin Schuldes gewinnen können, berichtet Nickel weiter. Eine Idee von Schuldes werde auch gerne aufgegriffen: Die Hütten sollen „Bienendächer“ erhalten, begrünte und blühende Flächen, die Nahrung für die Insekten bieten.

Was sie mindestens genauso freut wie die tatkräftige Hilfe ist, dass der Hospizgedanke dadurch immer weiter getragen werde, „das ist wie ein Schneeball“. Mit den Fachleuten vom Bau und den Schülern kommen jüngere Menschen mit dem Hospiz in Berührung, die sich sonst vielleicht noch nicht so mit dem Thema Sterben befassen. Nickel: „Wir wissen alle nicht, was morgen ist. Daher arbeite ich fürs Hospiz.“ 

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