Naturschutz: Landwirte fühlen sich vom Kreis ausgebootet

Flora-Fauna-Habitat: Die Altarsteine auf dem Hohen Hagen. Foto: Mühlhausen

Landkreis Göttingen. Der Kreisbauernverband Landvolk Göttingen kritisiert die jüngste Entscheidung des Kreistags, bei den noch ausstehenden 18 Verfahren zur Sicherung von Naturschutzgebieten die Grundstückseigentümer im Vorfeld nicht zu informieren.

Das sagt Achim Hübner, Geschäftsführer des Verbandes. Es geht um so genannte FFH-Gebiete, aus denen ein europäisches Netz von Schutzräumen entstehen soll.

Vor der Sicherung der Buchenwälder und Kalkmagerrasen zwischen Dransfeld und Hedemünden zum Landschaftsschutzgebiet - das einzig bisher abgeschlossene Verfahren - hätten die Eigentümer bei zwei Informationsveranstaltungen Gelegenheit erhalten, ihre Anregungen und Bedenken vorzubringen, betont Hübner. Für die künftigen Verfahren habe der Landkreis diese Treffen gestrichen und ziehe sich auf das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren zurück, bei dem Grundstücksbesitzer und Fachbehörden zur geplanten Ausweisung von Schutzgebieten Stellung nehmen können.

Die Naturschutzdezernentin des Landkreises, Christel Wemheuer, kann die Kritik Hübners nicht nachvollziehen. „Wir verzichten lediglich auf die Kür bei der Beteiligung, um mit Sorgfalt die Pflicht abarbeiten zu können“, meint Wemheuer. Die breite Beteiligung vor allem der Grundstückseigentümer und der Naturschutzverbände sei Ziel des Kreistagsbeschlusses aus dem Jahr 2009 gewesen. Seitdem habe der Kreis jedoch nur eines der 19 bei der EU angemeldeten FFH-Gebiete unter Schutz stellen können. Gründe laut Wemheuer: Großes Defizit bei der Gebietsausweisung aus der Zeit der Auflösung der Bezirksregierungen sowie Belastung des Landkreis-Umweltamtes mit weiteren Aufgaben. Da die EU-Kommission darauf dränge, alle 18 Gebiete bis 2018 zu sichern, verzichte der Kreis auf zeitintensive moderierte Informationsveranstaltungen im Vorfeld. (kri)

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