Verbindliche Regelung bei Vierfach-Wirkstoff

Neue Grippe-Impfung: Kassenpatienten haben Anspruch

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Ein kleiner Piekser kann ziemlich entscheidend sein, um sich vor einer Ansteckung mit Grippe zu schützen: Ab jetzt gibt es eine verbindliche Regelung bei dem Vierfach-Wirkstoff für gesetzlich Versicherte.

Altkreis Münden. In der nahenden Grippesaison 2018 haben gesetzlich Krankenversicherte nun erstmals einen verbindlichen Anspruch auf eine Impfung mit Vierfach-Wirkstoff.

Aktualisiert am 26. September 2018 - Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im April 2018 beschlossen. Bislang hatte es für die gesetzlichen Krankenkassen nämlich keine verbindliche Regelung gegeben, ob ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist, so der G-BA.

Grippe: Impfempfehlung des Robert-Koch-Instituts

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat nun ebenfalls seine Impfempfehlung auf einen quadrivalenten Impfstoff mit Virusvarianten, die in der kommenden Grippesaison erwartet werden, präzisiert. Diese Impfung sollen alle Personen erhalten, für die die saisonale Influenzaimpfung der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, also alle 

  • Personen über 60 Jahre
  • chronisch Kranke aller Altersstufen
  • Schwangere 
  • Medizin- und Pflegepersonal

Die Grippe ist keine harmlose Erkrankung: Besonders ältere Menschen können schwer an der Grippe erkranken und sogar sterben, darauf weist das RKI hin. In der Grippesaison 2017/2018 waren nur etwa 35 Prozent der über 60-Jährigen in Deutschland gegen die Grippe geimpft.

Nach Angaben des Instituts gab es geschätzte neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche in Deutschland, zwei Millionen mehr als in den starken Grippesaisons 2012/2013 und 2014/2015. In Stadt und Landkreis Göttingen wurden von Oktober 2017 bis April 2018 insgesamt 803 Influenza-Fälle gemeldet, davon 125 im Altkreis Münden. Besonders häufig wurde der Grippe-Typ B (insgesamt 600 Fälle) nachgewiesen.

Der vergangene Winter war laut Robert-Koch-Institut von einer sehr schweren Grippewelle gezeichnet. Seit 2001 war es laut der Experten vermutlich die stärkste Grippewelle in Deutschland.

„Die Schutzmöglichkeiten müssen besser genutzt werden“, betont daher RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Die Impfung sei trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit der wichtigste Schutz. Er empfehle auch gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten von Erkrankten.

Grippe-Impfung 2018: Das steckt hinter dem Vierfach-Wirkstoff

Sogenannte trivalente Grippeschutzimpfungen enthalten laut Robert-Koch-Institut die Antigene der Influenzaviren A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm 09-ähnlicher Stamm und A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-ähnlicher Stamm sowie B/Brisbane/60/2008-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie). Für die Vierfach-Impfung werden diese Viren sowie eine Variante von B/Phuket/3073/2013 (Yamagata-Linie) empfohlen. 

Neben Typ A stellt laut RKI auch B in einzelnen Saisons eine bedeutende Krankheitslast in der Bevölkerung dar – wobei man prinzipiell nie vorhersagen könne, welcher Typ in welchem Ausmaß in der anstehenden Saison zirkulieren wird. Sollten in diesem Jahr aber Viren der Influenza B-Viruslinie (ko-)zirkulieren, biete der Vierfachimpfstoff dann einen besseren Schutz vor einer Erkrankung.

Grippe in der vergangenen Saison

Auch in Nordhessen gab es unzählige Fälle von Grippe. Die Wartezimmer waren zeitweise überfüllt. Allein im Schwalm-Eder-Kreis gab es bis Ende März 2018 fünf Todesfälle, die auf eine Erkrankung mit Grippe zurückgeführt wurden. Weitere Hintergründe dazu haben wir in einem Artikel zu diesen tödlichen Grippe-Fällen für Sie zusammengefasst.

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