Neue Ziele für die Polizei

Staufenberg: Gerd Hartung zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück

Entspannung findet Gerd Hartung in seinem Garten hinter seinem Haus im Staufenberger Ortsteil Sichelnstein. Unser zeigt Bild ihn mit Traudl, einer französischen Bulldogge. 25 Jahre war Hartung in der Kommunalpolitik aktiv.  
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Entspannung findet Gerd Hartung in seinem Garten hinter seinem Haus im Staufenberger Ortsteil Sichelnstein. Unser zeigt Bild ihn mit Traudl, einer französischen Bulldogge. 25 Jahre war Hartung in der Kommunalpolitik aktiv.  

Viele Jahre hat Gerd Hartung die Kommunalpolitik in Staufenberg mitgeprägt. Jetzt zieht er sich zurück, um sich stärker in der Polizeigewerkschaft GdP zu engagieren.

Sichelnstein – Wenn am kommenden Donnerstag der neue Gemeinderat von Staufenberg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt, ist Gerd Hartung für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin unterwegs. Er nimmt dort an einer Tagung des Bundesfachausschusses Schutzpolizei teil. Seit 2011 gehörten die Ratssitzungen im Obergericht zum Pflichtprogramm des 57-jährigen CDU-Politikers, der seit 2015 auch die Ratsfraktion seiner Partei leitete.

Damit ist jetzt Schluss. Bei der Kommunalwahl im September hat er weder für den Gemeinderat noch für den Ortsrat von Sichelnstein kandidiert, dem er 25 Jahre angehörte. Seit 2006 war er zudem Ortsbürgermeister. Es sei letztlich die Gewerkschaftsarbeit gewesen, die ihn bewogen habe, sich aus der aktiven Kommunalpolitik zurückzuziehen.

Hartung, der aus Sichelnstein stammt, hat nach dem Abitur an der Jakob-Grimm-Schule in Kassel die Polizeilaufbahn an der damaligen Landespolizeischule in Hann. Münden eingeschlagen. Heute ist der Polizeihauptkommissar, der viele Jahre auch in Hann. Münden stationiert war, Personalrat bei der Polizeiinspektion Göttingen und Chef der GdP Kreisgruppe Göttingen. 2019 ist er auf der Jahreshauptversammlung zum Vorsitzenden gewählt worden und in diesem Amt jetzt auch wieder auch bestätigt worden. Zudem leitet Hartung den Fachausschuss Schutzpolizei der GdP Niedersachsen.

Es fehle ihm einfach die Zeit, den gewerkschaftlichen Verpflichtungen gerecht zu werden und gleichzeitig kommunalpolitische Ämter innezuhaben, so Hartung zu seiner Entscheidung, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen, die er mit großer Leidenschaft betrieben hat. „Was gibt es Schöneres, als sich für das eigene Umfeld, das eigene Dorf zu engagieren“, sagt der 57-Jährige, der in Sichelnstein groß geworden ist und heute mit seiner Frau im Haus seines Großvaters wohnt. Er liebt das kleine Dorf mit seinen rund 500 Einwohnern am Rand des Kaufunger Waldes. Auf die Frage, ob er es sich vorstellen könnte, woanders zu leben, sagt er: „Nein. Warum? Wir haben hier doch ein Paradies“. Sichelnstein sei für ihn „Heimat, Ruhepol und Ankommen.“

Für Hartung hat auch die Vereinsarbeit einen hohen Stellenwert. So gehört er seit dessen Gründung dem Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins an. Er appelliert an jüngere Menschen, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Nur so könne man seine Ideen einbringen und verwirklichen.

Die Orts- und Gemeinderäte seien die Keimzellen der Demokratie. Um möglichst viele Menschen dafür zu begeistern, habe er die Wählergruppe „Wir für Sichelstein“ mitgegründet. Denn für das Dorfengagement komme es nicht auf ein Parteibuch an. Für seine kommunalpolitische Arbeit sei es ihm immer wichtig gewesen, die Menschen mitzunehmen und den Konsens zu suchen.

Und darum gehe es jetzt auch bei der Standortfrage für den neuen Kindergarten. Es sei wichtig, neben den Kosten auch den Willen der Eltern zu berücksichtigen.

Über seine Gewerkschaftsarbeit bleibt Hartung politisch weiter aktiv, aber jetzt geht es vor allem darum, Verbesserungen für seine Kollegen bei der Polizei zu erreichen. (Ekkehard Maass)

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