Der Mündener Bahnhofsvorplatz heißt jetzt nach dem Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz

Neuer Name mit Geschichte

Eine Stele schmückt jetzt den Bahnhofsvorplatz: Die Skulptur auf dem Sockel hat Ekkehard Bouchon gefertigt.

Hann. Münden. Adam von Trott zu Solz-Platz heißt der Mündener Bahnhofsvorplatz seit gestern ganz offiziell. Die beiden Töchter von Adam von Trott zu Solz, Verena Onken-von Trott und Clarita Müller-Plantenberg, waren nach Hann. Münden gekommen, um das Schild zusammen mit Bürgermeister Klaus Burhenne zu enthüllen.

Außerdem hatten sich Schüler des Seminarfachs Journalismus des Grotefend- Gymnasiums im Vorfeld lange mit dem in Hann. Münden zur Schule gegangenen Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz beschäftigt und zusammen mit Ekkehard Bouchon (Galerie Dreiklang) eine Stele entworfen, die auf dem neu benannten Platz an ihn erinnern soll.

Den Sockel unter der Skulptur hat Steinmetz Peter Bohrmann geformt, der Kopf stammt vom Bildhauer Ekkehard Bouchon und ist aus widerstandsfähigem Eichenholz gearbeitet.

Skulptur bewusst einfach

„Der geöffnete Mund soll das Leid symbolisieren, das Adam von Trott zu Solz erlebt hat, weil er Widerstand gegen ein Unterdrückungsregime geleistet und für das Gute gekämpft hat“, so Darwin Stapel, Schüler des Gymnasiums. „Die Skulptur ist bewusst sehr einfach gehalten, damit Platz für eigene Interpretationen des Betrachters bleibt“, ergänzt Sofie Bangert.

Die Leiterin des Grotefend- Gymnasiums, Heidrun Korsch, hatte nach der Enthüllung der neuen Skulptur noch eine Überraschung für die Töchter von Adam von Trott zu Solz. Sie hatte aus dem Archiv der Schule sowohl die alten Abitursarbeiten als auch das Abschlusszeugnis der Widerstandskämpfers mitgebracht.

„Für unsere Schüler war es sehr beeindruckend, sich mit dem Leben dieses Mannes zu beschäftigen, der von Hann. Münden aus in die Welt gegangen ist, gegen die Diktatur des Elends gekämpft und offen seine Haltung gegen das Terrorregime gezeigt hat“, so Korsch.

Der so Geehrte war in seiner Schülerzeit jeden Morgen am Bahnhof vorbeigekommen – dort, wo heute die Skulptur mit seinem Namen steht. Außerdem hat er hier oft seinen Vater getroffen, der am Wochenende mit dem Zug zu seiner Familie nach Kassel fuhr.

Die Töchter Trotts zu Solz sehen es als Auszeichnung an, dass der Platz nun nach ihrem Vater benannt wurde. Sie wünschen sich, dass sich die Menschen mehr mit dem Leben ihres Vater beschäftigen und nicht immer nur an das Ende des Widerstandkämpfers denken.

Der neuePlatzname und die Skulptur werden hierzu ihren Teil beitragen, sind sich die Schwestern sicher. (zwh)

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