Nicht jedes Grünland darf Acker werden

Magerrasen Foto: Huck

Landkreis Göttingen. Grünland, das nach Naturschutz- oder Wasserrecht geschützt ist, darf nicht in Ackerland umgebrochen werden - darauf weist die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung hin.

Anlass: Die Landesregierung hatte wenige Tage vor Weihnachten die Genehmigungspflicht bei der Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland außer Kraft gesetzt. Damit konnten Grünlandflächen zwischen dem 19. und 31. Dezember 2014 ohne Genehmigung umgebrochen werden, soweit Naturschutz- oder Wasserrecht dem nicht entgegenstanden. Offensichtlich sei in den Veröffentlichungen zu diesem Thema vor Weihnachten aber nicht ausreichend darauf hingewiesen worden, dass es im Landkreis Göttingen zahlreiche Grünlandflächen gibt, die nach Naturschutz- bzw. Wasserrecht geschützt sind und deren Umbruch daher nur mit einer Genehmigung des Landkreises Göttingen zulässig ist.

Es sei zu mehreren Fällen nicht zulässigen Umbruchs gekommen, so ein Sprecher der Kreisverwaltung. Das Umweltamt werde diese Fälle aufgreifen und prüfen. Sofern Grundstücksnutzer erkennen, dass sie gegen die nachstehend aufgeführten Vorschriften mit dem Umbruch entsprechender Flächen verstoßen haben, sollten sie eine Wiedereinsaat vornehmen, um Maßnahmen der Behörde zu vermeiden.

Folgende Grünlandflächen sind geschützt:

• Gesetzlich geschützte Biotope ;

• Geschützte Landschaftsbestandteile (artenreiches Grünland),

• Grünland im Vogelschutzgebiet V19 in Teilen der Gemeinde Gleichen und der Samtgemeinde Radolfshausen sowie im Landschaftsschutzgebiet Buchenwälder und Kalkmagerrasen zwischen Dransfeld und Hedemünden;

• Grünland in Naturschutzgebieten aufgrund des allgemein geltenden Veränderungsverbotes in den Naturschutzgebietsverordnungen;

• Grünland auf erosionsgefährdeten Hängen, Flächen in Überschwemmungsgebieten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand sowie auf Moorstandorten;

• Grünland in Überschwemmungsgebieten;

• Grünland in Wasserschutzgebieten nach den jeweiligen Verordnungen.

Für Fragen steht das Umweltamt unter Tel. 0551 525-345 und -375 oder der E-Mail-Adresse naturschutz@landkreisgoettingen.de zur Verfügung. (kri)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.