Alter Server-Schrank umgenutzt

Öffentlicher Bücherschrank auf dem Schniederplatz in Uschlag

Heike Mählisch, Carsten Teller vom Andreas Krall am Bücherschrank am Schniederplatz in Uschlag
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Ein Bücherschrank für alle steht am Schniederplatz in Uschlag. Unser Bild zeigt Heike Mählisch und Carsten Teller vom Vorstand des Kultur- und Heimatvereins Uschlag, zusammen mit Helfer Andreas Krall bei der Einweihung am Wochenende(von links).

Der Schniederplatz in Uschlag in der Gemeinde Staufenberg wird zum Ort des Schmökerns und Lesens. Seit dem Wochenende (18./19. September) steht dort ein umgebauter Serverschrank von oben bis unten gefüllt mit Büchern.

Heike Mählisch, Vorstandsmitglied des Kultur- und Heimatvereins Uschlag, hatte die Idee dazu. Die 62-Jährige arbeitet bei der Bezirksärztekammer Kassel. Als dort ein Serverschrank ausrangiert wurde, kam ihr der Gedanke, dass er sich gut als öffentliche Bücherkiste eignen würde. Sie hatte etwas Ähnliches schon einmal gesehen. Da war es eine umgebaute Telefonzelle. Sie fand die Idee gut. „Lesen ist etwas Essenzielles“, sagt sie. „Und Bücher sind teuer.“ Sie lese selbst sehr viel, jeden Tag. Und das schon seit ihrer Kindheit. Dafür schaue sie kein Fernsehen. Auch von ihr stehen einige Bücher nun am Schniederplatz. Ihre Harry-Potter-Bände hat sie dort allerdings nicht eingestellt. Die hat sie an ihre 12 Jahre alte Enkeltochter weitergegeben, die auch schon gerne und viel schmökert.

Im Kultur- und Heimatverein traf Heike Mählisch auf breite Unterstützung. Als Standort für den Bücherschrank fiel die Wahl schließlich auf den Platz mitten im Ort, gelegen unter Bäumen und mit Bänken, die dazu einladen, „mit Muße ein Buch aufzuschlagen“, sagt Eggert Peters, Pressewart des Vereins. Und es gebe eine rege Nachfrage.

Das bestätigt auch Heike Mählisch. Seit der Einweihung am Wochenende sei schon eine ganze Reihe von Büchern ausgetauscht. Sie und Peters betreuen den Schmökerschrank. Jeder könne sich Bücher herausnehmen und welche hineinstellen, sagt Peters. „Entnommene Bücher müssen nicht zurückgestellt werden. Ebenso muss niemand, der ein Buch herausnimmt, dafür ein anderes hineinstellen“. Die einzige Regel laute: „Sorgsamer Umgang mit Schrank und Inhalt.“ Er hat sich einen Thriller von Tess Gerritsen ausgesucht, etwas, „was ich sonst eher selten lese“.

Begonnen hat das Projekt bereits vor einigen Monaten. Schon im Juni haben Uwe Grimm, Anna-Maria Pohl und Andreas Krall das Fundament gegossen. „Manfred Gerber hat den Schrank entkernt, also von Kabeln und anderem Innenleben befreit. Carsten Teller hat sich als Schreinermeister um die Holzregale gekümmert, Andreas Krall ist Metallbauer und hat das Metalldach für den Schrank angebracht“, berichtet Peters von den Arbeiten. Wegen Corona sei die Einweihung am Wochenende im kleinen Kreis erfolgt. Der Verein dankt allen Helfern, der Bezirksärztekammer Kassel und deren 1. Vorsitzenden Stephan Bork für den Serverschrank und der Firma C. W. Dallwig Nachf. Grimm GmbH, die Materialien für das Metalldach kostenlos zur Verfügung gestellt habe.

(Ekkehard Maass)

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