Verein wirbt für Freizeit unter Bäumen

Der Wald ist der beste aller Spielplätze

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Hatten Spaß auf der Holzwippe: Fabiola (vorn links) und Nele. Auch Étienne (Mitte links) und Luca warteten schon ungeduldig darauf, die Wippe, die im Workshop entstanden ist, ausprobieren zu können. Dabei Nena Zilz (hinten links) und Kai Lichtblau.

Hann. Münden. Den Wald als Spielplatz wiederzuentdecken war das Ziel des Waldfestes in Steinrode am vergangenen Sonntag. In der letzten vollen Ferienwoche der niedersächsischen Sommerferien hatten Waldpädagogin Ulrike Zander-Platner, Luisa Herold, die zur Zeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Mittelalterdorf ableistet, und Praktikantin Malena Fernandez zusammen mit 29 Mädchen und Jungen einen Waldparcours entworfen.

Die Kinder überlegten, welche Spielmöglichkeiten der Wald bietet und aus welchen Materialien Spielstationen gebaut werden könnten. Entstanden sind dabei ein Parcours mit sechs Stationen, außerhalb des Mittelalterdorfes, sowie viele weitere Spielmöglichkeiten innerhalb Steinrodes, die die Besucher am Sonntag ablaufen und ausprobieren konnten. Es gab eine Ameisenstation in der Mitte des Dorfes. Dort erfuhren die Kinder, über welche außergewöhnlichen Kräfte Ameisen verfügen und was das umgerechnet auf den Menschen bedeuten würde. Große Holzblöcke und Baumstämme zeigten das Verhältnis vom Körpergewicht zu dem, was Ameisen stemmen können. Außerdem hatten die Kinder für die Besucher eine Schaukel und eine Wippe, sowie eine Reihe von Fühlkästen mit verschiedenen Naturmaterialien gebaut.

Beim Parcours erfuhr die siebenjährige Bente, dass sie aus dem Stand soweit springen kann, wie eine Waldmaus: 90 Zentimeter. Die Strecke, die Fuchs und Hase mit einem Satz zurücklegen können, schaffte aus dem Stand niemand, denn die beiden Tiere schaffen beide einen Sprung von stolzen 2,80 Metern. Der Hirsch aber übertrumpft sie mit elf Metern alle um ein Vielfaches. Außerdem lernten die Kinder, wie jeder im Wald ganz einfach eine Schaukel aus einem Ast und einem Seil bauen kann. Sie balancierten auf umgefallenen Bäumen, warfen Zapfen auf verschiedene Ziele und hangelten sich über eine kleine Schlucht.

Auf einer Tafel im Dorf wurden die besten Ergebnisse zusammengetragen. „Wir hoffen, dass unser Waldspielplatz nachhaltig wirkt und den Familien Lust auf den Aufenthalt im Wald macht, der so viel zu bieten hat“, so Ulrike Zander-Platner. Dies gelte sowohl für die Gäste, die am Sonntag zum Waldtag kamen, als auch für die Familien der Kinder, die am Bau des Waldparcours beteiligt waren. „Jeder kann den Wald als Erlebnisort und Spielplatz nutzen, es ist gesund, sich an der frischen Luft aufzuhalten, und kostet nicht mal Geld“, erklärt die Waldpädagogin. Sie wünscht sich, dass wieder mehr Familien in ihrer Freizeit einen Ausflug in den Wald machen würden, mit einem Picknickkorb und offenen Augen für die Schönheit und die Möglichkeiten die die Natur bietet.

Im Dorf sorgten Timo Heckmann vom Duo Rabenweiß, das Duo HerzKlang, Petra Kleine-Huxel und Christina Rippler für Musik, und die Besucher konnten sich Obst- und Flammkuchen schmecken lassen.

Service

Bis Oktober ist das Mittelalterdorf Steinrode jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet (Spende erbeten). Dort kann man das mittelalterliche Ambiente bei Kaffee, Kuchen und Steinröder Flammkuchen genießen. Jung und Alt können dabei das Dorf erkunden, spielen, basteln und der Ruhe des Waldes lauschen.  www.steinrode.de

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