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Pastorenpaar Wiesenfeldt verabschiedet sich von St. Martini-Gemeinde Dransfeld

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Von: Kim Henneking

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Almuth und Christoph Wiesenfeld vor der St. Martini-Kirche Dransfeld
Almuth und Christoph Wiesenfeld waren von 2014 bis 2022 Pastoren der evangelisch-lutherischen St. Martini-Gemeinde Dransfeld. © Kirche Dransfeld

Acht Jahre lang haben die Pastoren Almuth und Christoph Wiesenfeldt gemeinsam die St. Martini-Kirchengemeinde Dransfeld geleitet. Ende des Monats verabschieden sie sich von den Mitgliedern und ziehen nach Lüneburg.

2014 waren die beiden nach Dransfeld gekommen und hatten die evangelisch-lutherische Gemeinde von Pastor Hans-Peter Anders übernommen, der nach 28 Jahren in den Ruhestand gegangen war. Damals hatte das Ehepaar nur wenig Berufserfahrung, erinnert sich Almuth Wiesenfeldt. „Aber der Kirchenvorstand hat uns viel Vertrauen entgegengebracht und Freiheiten gegeben.“

So hat sich das Paar nach kurzer Zeit für eine Veränderung des Konfirmandenunterrichts entschieden, berichtet sie. Statt zwei Jahren und einer dreiwöchigen Freizeit, sollte es nur noch ein Jahr und zwei Wochen Freizeit geben, um das Angebot für Kirche und Familien günstiger zu gestalten. „Für die Jugendlichen ist die Konfirmandenfreizeit eine erste Grenzerfahrung“, sagt die Pastorin. Sie seien meist das erste Mal ohne die Eltern fern der Heimat und müssten sich in einer Gruppe arrangieren.

Als junge Mutter habe sie die Elternzeit auch genutzt, um in den zwei Kitas der Gemeinde Kontakte zu knüpfen. So entstand die Idee, dort einmal im Monat eine Andacht zu halten und die Angestellten in Glaubensfragen fortzubilden. „Kinder stellen viele Fragen im Alltag. Die Kirche kann eine von vielen möglichen Antworten darauf geben.“ Dabei sei ihr wichtig, nicht missionarisch aufzutreten und den Kindern die Entscheidung für ihren Glauben selbst zu überlassen. Dass Kinder einen Platz in der Kirche haben, sei ihr wichtig. „Wir begleiten die Menschen, das ganze Leben. Das muss sich auch im Gemeindeleben abbilden.“ Deshalb gibt es in der St. Martini-Kirche eine Spielecke, die auch ausdrücklich während des Gottesdienstes genutzt werden dürfe.

2016 stand dann die 175-Jahrfeier der St. Martini-Kirche an. Die Gemeinde feierte das mit einem Dinner in Weiß – 60 Gäste kamen in weiß gekleidet und fanden an einer langen Tafel im Schatten der Kirche Platz. „Das war eine außergewöhnliche Atmosphäre“, erinnert sich Almuth Wiesenfeldt. „Die Gemeinde versteht, das Inhaltliche mit dem Sozialen zu verbinden“.

2018 wurde ein neuer Kirchenvorstand gewählt. Damals sei es nicht leicht gewesen, Menschen für ein Ehrenamt zu motivieren. „Es ist schön zu sehen, dass es diese acht Leute gibt, die sich Zeit nehmen und für die Gemeinde einsetzen“, sagt die Pastorin. Die meisten im Vorstand würden ganztags arbeiten und Familie haben, darauf müsse man sich bei der Suche nach Ehrenamtlichen einstellen.

Besonders in Erinnerung blieben ihr die Coronajahre ab 2020. „Das hat kirchlich einen enormen Schub gegeben“, sagt Almuth Wiesenfeldt. „Wir haben den Boden unter den Füßen verloren und gleichzeitig eine wahnsinnige Kreativität entwickelt.“ So sei der „Gottesdienst in der Tüte“ aus der Not entstanden, als Ostern kein Treffen möglich war. Doch das Format sei so beliebt, dass es bis heute fortgeführt wird. Ebenso wie Videoandachten, die zuvor undenkbar gewesen seien. Die Weihnachtsandacht im Autokino-Format auf dem Freibadparkplatz werde unvergesslich bleiben. Diese Erinnerungen und Erfahrungen nehmen Wiesenfeldts nun mit in ihre neue Gemeinde in der Nikolaikirche Lüneburg. Die bringe als touristischer Anlaufpunkt auch neue Aufgaben mit sich. „Uns gefällt diese Vielfalt des Berufs und die Offenheit, Neues auszuprobieren“, erklärt Almuth Wiesenfeldt die Entscheidung zum Wechsel. Zudem lebe ihre Familie dort.

Wer in Zukunft Pastor oder Pastorin in Dransfeld sein wird, steht noch nicht fest. Die Pastoren Wiesenfeldt werden am Samstag, 27. August, ab 14 Uhr mit einem Gottesdienst verabschiedet.

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