Jetzt ohne Wasser

Peters-Teich in Escherode abgelassen: Förster behielten Tiere im Blick

Abgelassen: Der Peters-Teich im Wald bei Escherode soll verkleinert werden. Jörg Behling, Förster für Waldökologie, prüft, welche Tiere im Schlamm zu finden sind. Fotos: Nieswandt

Escherode. Vom Peters-Teich im Wald bei Escherode soll bald nur noch ein kleiner Tümpel übrig bleiben. Das Brückenbauwerk, das dem Wasser als Durchlass unter der Straße hindurch dient, muss erneuert werden. Deshalb ist das Wasser in dem vor 40 Jahren angelegten Teich in den vergangenen Tagen komplett abgelassen worden.

Nur noch eine niedrige Schicht Wasser ist auf dem Grund des zwei Meter tiefen Teiches stehen geblieben. Der 1000 Quadratmeter große Teich wurde als Löschteich angelegt, und viele Menschen kamen zu ihm, um zu baden.

Kein Baden mehr möglich 

Zum Baden ist der Peters-Teich zukünftig nicht mehr geeignet. „Der Teich ist sehr voll mit Schlamm. Er hätte eigentlich ausgebaggert werden müssen“, sagt Helmut Schauf, Leiter der Revierförsterei Escherode. Vor 25 Jahren sei der Bagger das letzte Mal zum Ausheben am Teich gewesen.

Die Försterei habe sich in Absprache mit der Unteren Natur- und Wasserschutzbehörde dazu entschlossen, den Teich nicht auszubaggern. Er soll stattdessen der Natur zurückgegeben werden. „Der Endschlagbach, der momentan noch in den See fließt, soll sich seinen natürlichen Bachlauf suchen. Wir verkleinern den Teich und belassen lediglich 40 Quadratmeter als stehendes Gewässer“, sagt Schauf. Das ist in etwa so groß wie ein größeres Wohnzimmer.

Kein Eingriff in die Natur 

Damit werden die Tiere geschont, die sich am Rand des Teiches angesiedelt haben. Das sind zum Beispiel Molche, Bachflusskrebse, Frösche und Wasserinsekten. Zu Beginn des Wasserablassens haben die Förster geschaut, was für Tiere im Teich sitzen. Fische gebe es nicht, ihre Ansiedlung sei durch das säurehaltige Wasser des Endschlagbaches vor einigen Jahren nicht gelungen. „Wir versuchen, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen“, sagt Jörg Behling, Förster für Waldökologie.

Marode: Helmut Schauf, Förstamtsleiter der Försterei in Escherode vor dem einsturzgefährdeten Wasserdurchlass.

Dabei war es anfangs gar nicht vorgesehen, Arbeiten am Endschlagteich, wie er eigentlich heißt, aber selten genannt wird, vorzunehmen. „Der Durchlass, durch den das Wasser aus dem Teich unter dem Weg durchfließt, ist einsturzgefährdet“, sagt Schauf. Das Gebälk aus Sandstein habe sich verschoben und beginne zu bröckeln. „Das kommt dadurch, dass so viele schwere Lkw über den Weg fahren“, erläutert der 61-jährige Escheröder.

Geplant sei jetzt, den Sandstein zu entfernen und durch einen quadratischen Betonkastendurchlass zu ersetzen. Davon betroffen ist auch der „Mönch“ des Teiches. Ein Mönch ist ein regulierbares Ablaufwerk eines Teiches, durch den Wasser entweder gestaut oder kontrolliert abgelassen werden kann. „Da der Teich nur noch sehr klein sein wird und wir den Bach nicht regulieren wollen, kommt der Mönch auch weg“, sagt Schauf.

Am Montag kommt der Bagger, der den maroden Durchlass abreißen soll. „Wir planen drei Tage für den Neubau des Durchlasses ein“, sagt Schauf. Die Kosten für die Baufirma und den neuen Durchlauf schätzt Helmut Schauf auf etwa 20.000 Euro.

„Auf dem Teich hat sich schon eine Insel gebildet. Dort haben sich einige Erlen selbst verjüngt. Wir hoffen, dass sich ein Erlendickicht bildet“, sagt Schauf.

Von Leona Nieswandt

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