Hand in Hand geht´s voran

Pfarrhaus in Dankelshausen wird umgebaut

Der 13-jährige Bjarne Meier hilft auf der Baustelle im Pfarrhaus.
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Der 13-jährige Bjarne Meier: Er ist ein zuverlässiger Helfer auf der Baustelle im Pfarrhaus.

Seit Anfang März 2020 laufen im Pfarrhaus in Dankelshausen die Umbauarbeiten – Auch unter Coronabedingungen ist viel passiert.

Dankelshausen – „Am Tag Eins, dem Start zu diesem Projekt, waren hier 40 Helfer im Einsatz. Es war eine Hau-Ruck-Aktion und ich bin eigentlich an dem Tag nur zwischen unseren Helfern unterwegs gewesen um Material zu beschaffen, anzureichen und zu gucken, was alles passierte“, erzählt Tobias Lapp rückblickend.

Hätte der Lockdown der Energie der ehrenamtlichen Helfer nicht Einhalt geboten, wären die Bauarbeiten im Pfarrhaus sicherlich schon deutlich weiter vorangeschritten. Doch auch unter Coronabedingungen ist viel passiert. So sei es immer ein Spagat gewesen um vorschriftsmäßig mit mehreren Leuten zusammen an dem Projekt zu arbeiten.

Hier wird gearbeitet: Das Pfarrhaus im März vergangenen Jahres.

Bjarne war immer zur Stelle

Durch die Weitläufigkeit des Gebäudes und unter Nutzung des Pfarrgartens bei gutem Wetter, konnte es zwar stark gebremst, aber dennoch weitergehen. Zurzeit sind covidbedingt nur ein bis zwei Arbeiter an der Baustelle. Einer, der auch immer zur Stelle ist, ist der erst 13-jährige Bjarne Meier.

Er ist seit Beginn dabei, hat mittlerweile unterschiedliche Bauabschnitte begleitet und kräftig mit angepackt. Egal, wo Hilfe gebraucht wurde, Bjarne war zur Stelle: Tapete abkratzen, Nägel aus Fußbodenleisten ziehen, Mauerwerk aus Gefachen bei Raumerweiterungen entfernen, Abschleifen von Holzbalken, Beton von Backsteinen pickern, Kalk-Streichputz unter der Decke des barrierefrei entstehenden Bades aufbringen – Bjarne war immer zur Stelle.

Als Sohn der Pfarramtssekretärin wurde er zum Start mitgenommen. „Wir mussten einmal alle mitarbeiten. Die Arbeiten hier haben mir so gefallen, dass ich seither immer dabei bin“, sagt Bjarne schulterzuckend, während er am Freitagnachmittag den Lehmputz für die Innenwände anrührt. „Eigentlich hat man nicht immer Lust darauf, aber wenn man erst mal hier ist, ist es immer lustig“, erzählt er. Währenddessen lässt er sich von Tobias Lapp eine andere Putzkelle bringen lässt, weil der Vorgänger die vorhandene seiner Meinung nach nicht richtig sauber gemacht hat.

Hand in Hand

Die Fläche der Wand hatte er vorher mit einer großen Sprühflasche befeuchtet, das Lehmgemisch auf die Putzkelle gegeben und es gleichmäßig auf die Wand aufgebracht. Nun müsse nur noch das Gewebe in die entstandene Oberfläche des Unterputzes eingedrückt werden, sonst bekäme der Putz Risse, erklärt er nebenbei. Die Bewegungen beim Aufbringen des Putzes sehen bei Bjarne geschickt und mittlerweile ziemlich geübt aus.

„Bjarne hat an den Freitagen der mittlerweile 40 Wochen locker schon über 100 Arbeitsstunden geleistet und ist fast jeden Freitag dabei. Das Spannende ist, dass hier Menschen im Alter von acht bis 78 Jahren Hand in Hand zusammenarbeiten“, erzählt Tobias Lapp, der Ansprechpartner und Organisator auf der Baustelle ist. So habe er sich, was die Verarbeitung von Lehmputz angeht, zu Beginn bei Youtube „reingefuchst“, aber es sind auch Arbeiter auf der Baustelle, die Erfahrung mit der Verarbeitung des Baustoffs haben, aus der man schöpfen kann. (Margitta Hild)

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