Mit Pinseln nach Sao Paulo: Mündener Malerin erfolgreich

Auszeichnung für die erfolgreiche Malerin und Lackiererin Nathalie Herwig: Der Landesverband Hessen der Maler-Innung schickt sie zur Weltmeisterschaft der Handwerker nach Brasilien. Foto: Forbert

Hann. Münden/ Hessisch Lichtenau. Wenn das kein tolles Ziel fürs neue Jahr ist! Brasilien lockt. In Sao Paulo finden im August die „World-Skills", die Weltmeisterschaft der Handwerker, statt.

Und Nathalie Herwig aus Hann. Münden, die im Werra-Meißner-Kreis in die Lehre ging, ist dabei - mit Pinseln und Spachteln, Farbwalzen und Klebeband.

Die 21 Jahre alte Maler- und Lackierer-Gesellin ist nämlich die beste Junghandwerkerin ihres Faches in Deutschland. Beim Bundesentscheid der Maler und Lackierer wurde sie zu Deutschlands Zweitbester im Maler- und Lackiererhandwerk gekürt.

Daraufhin kam vom Landesverband Hessen das Signal, sie nach Brasilien schicken zu wollen. Und der Bundesverband nominierte sie gleich für das Maler-Nationalteam, zusammen mit einem Sachsen und einem Kollegen aus Nordrhein-Westfalen. Mitte März werden die drei Neuen offiziell in der Nationalmannschaft aufgenommen.

Nathalie Herwig, die im Betrieb Kollmann Putzen-Sanieren-Tapezieren in Hessisch Lichtenau sowie in den Beruflichen Schulen in Witzenhausen ausgebildet wurde und jetzt bei der Firma Lohrengel in Dransfeld beschäftigt ist, erfuhr nach ihrem Erfolg beim Bundesleistungswettbewerb in Stuttgart auch schon von der Maler-Innung Werra-Meißner eine Auszeichnung.

„Das kann ich noch nicht so ganz glauben.“

Obermeister Stefan Laubach übergab ihr neben einem Blumenstrauß den Gutschein für Teil 4 der Meisterprüfung, mit dem sie den Ausbildungseignungsschein im Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft in Eschwege erwerben kann. Der Gutschein hat einen Wert von 600 Euro. Doch noch denkt Nathalie Herwig nicht an den Meister. Sie freut sich zunächst einmal auf Brasilien. „Das kann ich noch nicht so ganz glauben“, sagt die 21-Jährige, die noch nie mit einem Flugzeug verreist ist. Das Ziel der Innungssiegerin, Kammersiegerin, Landessiegerin und Deutschen Vizemeisterin ist allerdings klar: der Weltmeister-Titel. Vorher wird sie noch drei Lehrgänge, quasi Trainings-Camps in Fulda, München und Münster absolvieren. Und bei den Europameisterschaften im französischen Lille Anfang Oktober war sie schon als besonders interessierte Zuschauerin dabei.

Der Wunsch, Malerin und Lackiererin zu werden, kam bei Nathalie Herwig nach der zehnten Gymnasial-Klasse. „Das hat mir zugesagt“, verrät sie. In einem Büro sitzen wollte sie auf keinen Fall, der Beruf müsse vielmehr etwas mit Bewegung zu tun haben. Außerdem ist ihr Vater auch Handwerker, gelernter Tischler.

Darten als passendes Hobby

Ihr Hobby passt zum Beruf: Beim Darten kommt es auf Gefühl und Genauigkeit an, beim Gestalten zudem auf Sauberkeit und Geschick im Umgang mit Farben. Da kann sie in Brasilien, dem Land der Farbe, der Freude und des Sambas, sich ja richtig ausleben.

Von Stefan Forbert

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