Besucherzentrum, schwebender Rundgang: Land winkt ab

Pläne für Römerlager wohl nicht zu bezahlen

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Hann. Münden. Das Römerlager Hedemünden kann nicht so aufwändig ausgebaut werden wie erhofft. Touristische Anlagen für über 14 Millionen Euro, die das Lager und die römischen Germanenfeldzüge vor 2000 Jahren anschaulicher darstellen sollen, sind aus Sicht des Landes Niedersachsen nicht zu finanzieren.

Das geht aus einem Schriftwechsel zwischen dem Landkreis Göttingen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur hervor.

Wie berichtet, enthält ein 2011 im Auftrag des Kreises erstellter Masterplan ein hochmodernes Informations- und Ausstellungskonzept. Elemente wie ein Besucherzentrum aus Stahl und Glas, ein „schwebender“ Rundweg zwischen Boden und Baumwipfeln über den Ausgrabungsstätten sowie großformatige Leuchttafeln direkt an der Autobahn A7 dürften jedoch Visionen bleiben.

Auf HNA-Anfrage erklärte Kreispressesprecher Marcel Riethig gestern, das Land sehe sich derzeit nicht in der Lage, ein Betreiberkonzept für das Römerlager mitzufinanzieren. Für die Förderung so großdimensionierter touristischer Anlagen, wie sie der Masterplan vorschlage, habe das Land kein Geld. An eine Finanzierung ohne öffentliche Mittel sei jedoch, so Riethig, gar nicht zu denken.

Die Aussage des Ministeriums mache klar, so der Kreissprecher weiter, dass man für Hedemünden eine deutlich kleinere Alternative finden müsse, wolle man das Römerlager, seine Ausmaße, Gestaltung und historische Bedeutung anschaulicher darstellen als bisher – eine Variante, die sich wirtschaftlich selbst trage. Das schließe nicht aus, dass man einige Ideen des Masterplans in abgespeckter Form übernehmen könne.

Dies alles ist jedoch letztlich eine politische Entscheidung. Und so wird das Römerlager estmals nach der Kommunalwahl Thema im Kreiskulturausschuss sein: am 16. April im Göttinger Kreishaus.

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