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421 Unfälle mehr als 2020 im Landkreis Göttingen

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Die Polizei  (Symbolfoto)
Mehr Unfälle im Landkreis und Stadt Göttingen im Jahr 2021 als im Jahr 2020. (Symbolbild) © Friso Gentsch/dpa

Die Polizei hat am Montag Zahlen für den Raum Göttingen veröffentlicht. Es gibt mehr junge Unfallfahrer.

Landkreis Göttingen – Die Polizei hat in der Stadt und im Landkreis Göttingen im vergangenen Jahr 421 Unfälle mehr gezählt als 2020. Das entspricht einem Anstieg um 5,8 Prozent, wie aus den Zahlen der Verkehrsunfallstatistik hervorgeht, die die Polizeiinspektion Göttingen am Montag für das Gebiet der Stadt und des Landkreises Göttingen ohne den Bereich der Autobahnen vorgestellt hat. 2021 registrierte die Polizei auf den Straßen in der Stadt und im Landkreis 7631 Verkehrsunfälle, im Jahr zuvor waren es 7210 gewesen. Die Anzahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, erhöhte sich um 39 auf 935.

Mehr Verletzte bei Unfällen im Landkreis Göttingen

Das entspricht einem Anstieg um 4,3 Prozent. Die Zahl der Verunglückten stieg im Jahr 2021 um 81 von 1083 auf 1164. Zwölf Menschen starben 2021 auf den Straßen der Region, drei mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich von 154 im Vorjahr auf 134 im Jahr 2021. Bei den Leichtverletzten verzeichnete die Polizei eine Zunahme um 89 auf 1018.

Gwendolin von der Osten, die Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen, nannte zu schnelles Fahren als häufige Ursache für schwere Verkehrsunfälle. „Und je höher die Geschwindigkeit, desto schwerer sind meist auch die Verletzungen der Unfallbeteiligten“, so von der Osten.  

Zu den Unfallzahlen, die über einen größeren Zeitraum gesehen deutlich gesunken seien, sagte Polizeioberrat Niklas Fuchs, der die Statistik vorstellte: „Mit Blick auf die Unfallzahlen in den letzten fünf Jahren sehe ich eine grundsätzlich positive Entwicklung. Allerdings wissen wir, dass dieser Rückgang nicht nur auf die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit zurückzuführen ist, sondern auch durch ein verändertes Mobilitätsverhalten während der Corona-Pandemie beeinflusst wurde.“

Auf den Abschnitten der Autobahnen 7 und 38 im Bereich des Landkreises registrierte die Polizei im Jahr 2021 insgesamt 1003 Verkehrsunfälle und damit 14 weniger als im Vorjahr. 125 Menschen wurden dabei verletzt (Vorjahr: 94). Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich von 10 auf 20, die der Leichtverletzten von 83 auf 104. Bei einem schweren Auffahrunfall habe ein Lkw-Fahrer tödliche Verletzungen erlitten, 2020 seien drei Menschen - alle bei Lkw-Unfällen - gestorben.

Mehr junge Menschen verletzt

Im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen, sie ist zuständig für den Landkreis und die Stadt Göttingen, sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen mehr junge Menschen verunglückt als 2020. Wie aus der Verkehrsunfallstatistik hervorgeht, ist die Zahl der verletzten jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren von 214 auf 250 gestiegen, ein 18-jähriger Leichtkraftfahrer habe bei einem Zusammenstoß mit einem Auto tödliche Verletzungen erlitten. Die Zahl der Schwerverletzten hat sich von 28 auf 23 verringert.

Da junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren in Relation auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung besonders oft an Verkehrsunfällen beteiligt, gewesen seien, kündigte die Polizei „gezielte Verkehrskontrollen und präventive Maßnahmen“ an. „In interessierten weiterführenden Schulen finden zum Beispiel in diesem Jahr wieder zielgruppenorientierte Präventionsveranstaltungen, die unter dem Motto ,Dein Unfall, der nicht passiert’ stehen, statt.

In Kooperation mit einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Göttingen, der zugleich Referent des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr ist, werde der Verkehrssicherheitsberater der Polizei insbesondere die Risikogruppe der jungen Fahranfänger sensibilisieren.

Zahl der schwer verletzten Senioren gesunken

In der Altersgruppe der über 65-jährigen sei bei der Anzahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer zwar ein leichter Anstieg von 151 auf 156 zu verzeichnen, aber die Zahl der schwer verletzten Senioren habe sich im vergangenen von 34 auf 29 verringert und die der tödlich Verletzten sei von sechs auf zwei gesunken.

Der bundesweite Trend, dass Senioren als Nutzer von Elektro-Fahrrädern besonders gefährdet seien, habe sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen nicht bestätigt. Trotzdem werde die Polizei die bereits begonnenen Präventionsmaßnahmen, wie zum Beispiel das Projekt „Göttinger Senioren machen mobil – sicher ans Ziel“ weiterhin anbieten. (Ekkehard Maaß)

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