Einblick in den Beruf

Postbotin in Lutterberg: Sie eilt in ihrem Bezirk von Haus zu Haus

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Immer auf dem Sprung: Briefbotin Dagmar Thon bringt Post vom Zustellstützpunkt Uschlag in das Lutterberger Wohngebiet und in die Industrie. Zu ihrem Bezirk gehören 540 Haushalte.  

Staufenberg. Die Sonne knallt, das Thermometer zeigt Temperaturen jenseits der 30 Grad: Im Auslieferfahrzeug von Dagmar Thon scheint die Hitze sogar noch höher. Trotzdem lässt sich die 52-jährige Lippoldshäuserin nichts anmerken.

Munter lenkt sie das gelbe Postauto durch Lutterberg. Sie hält das Fahrzeug an, schnappt sich Briefe und Päckchen – und joggt von Haus zu Haus, ohne ins Schwitzen zu kommen. „Was man morgens nicht schafft, das holt man den ganzen Tag über nicht mehr auf“, erklärt Thon. Deswegen sei Schnelligkeit nicht verkehrt, und es halte sie, nebenbei, körperlich fit.

Dagmar Thon ist Zustellerin bei der Deutschen Post, ihr Tag beginnt morgens kurz nach sieben Uhr an dem Zustellstützpunkt Staufenberg in Uschlag, wo sie vor Beginn ihrer Tour durch die Lutterberger Industrie und das Wohngebiet die ihr zugeteilte Post sortiert. Mit flinken Bewegungen geht sie Päckchen, Briefe, Prospekte, Zeitungen und Zeitschriften durch, an sechs weiteren Sortierstationen arbeiten zeitgleich ihre Kollegen und Kolleginnen und machen sich für den Außeneinsatz fertig.

Thon ist seit zwei Jahren bei der Deutschen Post, vorher arbeitete sie bei der Firma Schröder Schleifmaschinen als Schichtführerin und bei SMA. Körperliche Arbeit sei ihr daher nie fremd gewesen, auch, wenn das Austragen von Post bei extremen Wetter wie der derzeitigen Sommerhitze durchaus belastend ist.

Übergabe am Presse-Grosso-Mitte in Staufenberg: Dagmar Thon holt Post von Empfangsmitarbeiterin Kerstin Helbig ab.

Eine Herausforderung können auch die Zusendungen selbst sein: Sogenannte faule Post, also fehlgeleitete, maschinell falsch vorsortierte oder mit einer veralteten Adresse angegebene Post, verzögere den reibungslosen Arbeitsablauf. „Faule Post muss ich nach meiner Tour neu sortieren und dann eine Abrechnung machen“, sagt Thon. Dafür habe sie aber in der Regel nur 15 Minuten Zeit, egal wie groß die Menge der faulen Post sei.

Die meiste Zeit sind die auszuliefernden Päckchen klein und handlich. „Ich habe aber auch schon mal einen Kühlschrank ausgeliefert“, erzählt Thon, während sie ihren Zustellwagen zum wiederholten Mal in einer ruhigen Lutterberger Wohngegend abstellt und nach ihrem Handscanner-Gerät greift. Mehrere Kilo schwere Tierfutter- oder Tierstreu-Säcke, Toilettenschüsseln, Duschkabinen, Getränkekisten – Päckchen und Pakete bis 32,5 Kilogramm landen in Thons Zustellfahrzeug.

Es sei ein harter Job, der aber gut bezahlt werde. „Das ist sicherlich nichts für jeden“, meint Thon. Vor allem Berufsanfänger orientieren sich oftmals um. Wer aber am Ball bleibe, werde belohnt – mit freundlichen, oftmals auch dankbaren Kunden.

Eine Frau tritt an das Auto heran. „Ist alles in Ordnung?“, fragt sie. „Sie stehen schon so lange hier, normalerweise springen sie sofort heraus.“ Dagmar Thon lächelt und beruhigt: Alles okay. Kurz tauscht sie sich mit der Kundin aus, ob Post erwartet werde, wie das Befinden sei. Für kurzes Plaudern mit den Lutterbergern ihres Bezirks nehme sie sich stets Zeit, das gehöre auch zum Kundenservice.

Dann schnappt sie sich wieder die Post – und joggt zum nächsten Briefkasten.

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