Sympathie für Hitler: Uni prüft, ob Sohnrey Ehrenbürger bleibt

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Heinrich Sohnrey

Göttingen/Hann. Münden. Die Universität Göttingen prüft, ob Heinrich Sohnrey Ehrenbürger der Uni bleibt. Ein Hochschulsprecher teilte auf Nachfrage der HNA mit, Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel habe die Rechtsabteilung mit der Prüfung des Falles beauftragt.

Über eine eventuelle Aberkennung der Ehrenbürgerschaft müsse der Senat befinden. Sohnrey ist seit 1934 Ehrenbürger der Hochschule.

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Die Uni reagiert mit der Rechtsprüfung auf neue Forschungen über den den aus Jühnde stammenden Sollingdichter und Sozialreformer (1859-1948). Der Göttinger Literaturwissenschafler Prof. Frank Möbus war, wie die HNA bereits berichtete, bei der Analyse von Sohnreys Werken auf zahlreiche Texte gestoßen, die nicht nur dem Führergedanken huldigen, sondern auch offen zum Rassenhass aufstacheln. Sohnrey hatte im Jahr 1933 neben 87 weiteren Schriftstellern das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler“ unterzeichnet und war 1939 von Hitler mit dem „Adlerschild des Deutschen Reiches“ ausgezeichnet worden.

Die Gesamtkonferenz der Heinrich-Sohnrey-Realschule in Hann. Münden hat vor diesem Hintergrund den Landkreis Göttingen aufgefordert, ein Verfahren zur Namensänderung einzuleiten. Der Schulausschuss des Kreistags wird sich am 24. November damit befassen. (pid/kri)

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