Reaktionen: Aus Klinik in Neumünden Flüchtlingsunterkunft machen?

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Das Krankenhaus Hann. Münden: Die Klinik in der Burkhardtstraße im Stadtteil Neumünden gehört der AWO Gesundheitsdienste GmbH, die sich in Insolvenz befindet. 

Hann. Münden. Die Idee, aus dem früheren Vereinskrankenhaus in Hann. Münden eine Flüchtlingsunterkunft zu machen, wird in der Stadt heftig diskutiert. Wir haben Stimmen aus der Verwaltung und der Kommunalpolitik eingefangen.

Der städtische Rechtsdirektor Volker Ludwig  sagt gegenüber der HNA, dass sich der Landkreis Göttingen gegenüber der Stadt nicht konkret geäußert habe. „Wir konnten auch nicht erwarten, dass der Kreis sich bei uns damit meldet, weil es erst erste Überlegungen sind.“

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Ines Albrecht-Engel, Fraktionsvorsitzende der SPD, sagt: „Wir müssen angesichts der Entwicklung bei der Flüchtlingsfrage Lösungen finden, wir dürfen nicht klein-klein denken.“ Es gehe auch noch um die Nachnutzung des Geländes in Neumünden, „wenn wir keinen Nachnutzer bekommen, müssen wir mit dem Kreis darüber nachdenken“. Es gelte zu prüfen, inwieweit das Gelände als Flüchtlingsunterkunft nutzbar sei. Albrecht-Engel deutete aber auch an, dass es dann mit Folgenutzungen wie einer möglichen Reha-Einrichtung sehr schwer werde.

Es gehe um die Verantwortung für ein Nachnutzungskonzept, sagt die stellvertretende CDU-Fraktionschefin Angelika Deutsch. Momentan liege die noch bei der Awo.

Sollte es dazu kommen, dass der Landkreis die Gebäude übernehme, würde die Stadt entlastet, weil die Bürgschaft, die die Stadt in Höhe von circa einer halben Million Euro eingegangen sei, entfalle. Auch der Landkreis ist eine Bürgschaft in ungefähr dieser Höhe eingegangen.

Es gelte auf jeden Fall bei der Unterbringung von Flüchtlingen, eine Ghettoisierung zu vermeiden.

Martin Bretzler, Fraktionsvorsitzender der Mündener Grünen, meint: „Der Zeitpunkt für diesen Vorschlag ist komplett verfrüht, weil wir einen funktionierenden Klinikbetrieb haben.“ Wann das Gebäude frei werde, sei derzeit nicht abzuschätzen. Das Krankenhaus wird im Klinikum Hann. Münden aufgehen, das seinen ganzen Betrieb im Herbst nächsten Jahren am Vogelsang aufnehmen soll.

Michael Kaufmann  vom Sprecherrat der Linken sagt: Kurzfristig ginge eine Unterbringung sicherlich, „aber eine langfristige Einrichtung halte ich für daneben. da die Menschen unter uns wohnen müssen“. Eine Stellungnahme des Mündener Bürgerforums war am Donnerstag nicht einzuholen.

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