Der Reformator als Songwriter: Martin Luther, der Musiker

Luther auf Leinwand: Dr. Lothar Jahn stellte das Leben von Martin Luther als Musiker vor, dem es wichtig zu sein schien, besonders Kinder und Jugendliche für die Kirchenmusik zu begeistern. Foto: Kuri

Landwehrhagen. Mit cooler Mucke die Jugend packen und für die eigene Idee begeistern: Das hatte Martin Luther schon vor 500 Jahren drauf.

Hauptsächlich ist Luther (1483-1546) als Reformator, Prediger und Theologe seiner Zeit bekannt. Am Samstag konnten etwa 50 Zuhörer eine ganz andere Seite von ihm kennenlernen. Dr. Lothar Jahn gab in der evangelischen St.-Petrus-Kirche Landwehrhagen einen Einblick in Luthers Leben als Musiker. Eingeladen hatte der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Münden.

Als Referent zu historischen Themen hatte Dr. Lothar Jahn zahlreiche Informationen, Notenblätter und Bilder zusammengetragen und seine Präsentation mit Liedern unterschiedlicher Epochen ergänzt.

„Ein feste Burg ist unser Gott“ mit dem Blick auf Luthers Zeit in Eisenach, war eines der gemeinsam gesungenen Lieder, welches Kreiskantorin Gabriele Renneberg auf der Orgel begleitete.

Dr. Lothar Jahn stellte weitere Kirchenlieder vor, die Martin Luther aus dem Lateinischen in die deutsche Sprache übersetzt hatte, oder bei denen er für seine eigenen Lieder existierende Melodien als Grundlage genutzt hatte. Lediglich ein einziges überlieferte weltliche Lied stamme von Luther: „Die beste Zeit im Leben ist mein“ - ein Frühlingslied.

Eines von Luthers erfolgreichsten Liedern seien „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, das, wie viele Kirchenlieder, heute sowohl im evangelischen als auch im katholischen Gesangbuch enthalten ist.

Eine neue Erkenntnis für viele Zuhörer war, dass Luther besonders Kinder und junge Menschen mit der Modernisierung älterer Kirchenlieder für die Kirche begeistern wollte. So hatte er das Lied „Vom Himmel hoch...“ selbst als Kinderlied und nicht wie heute bekannt als Weihnachtslied bezeichnet.

„Ich habe noch nie ein Instrument Namens ‚Regal’ gesehen, geschweige denn gehört“, zeigte sich Superintendent Thomas Henning beeindruckt von den vorgestellten Instrumenten aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Ähnlich erging es auch den Zuhörern die ihre Zustimmung mit Applaus bekräftigten.

Die evangelische Kirchengemeinde Landwehrhagen/Spiekershausen hatte dem Abend einen gemütlichen Charakter verliehen: mit Kerzenschein und Stehimbiss in der Pause. Auch nach dem ansprechenden Vortrag blieben die Gäste noch zu geselligen Gesprächen. (zsk)

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