Symbol für Toleranz

Eine Kirche für alle: Regenbogenfahne hängt wieder vor St. Martini Dransfeld

Offen für alle Menschen: Die Regenbogenfahne an der evangelisch-lutherischen Kirche St. Martini in Dransfeld soll willkommen heißen, sagt Pastorin Almuth Wiesenfeldt.
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Offen für alle Menschen: Die Regenbogenfahne an der evangelisch-lutherischen Kirche St. Martini in Dransfeld soll willkommen heißen, sagt Pastorin Almuth Wiesenfeldt.

In Dransfeld hängt bei der St. Martini-Kirche eine Regenbogenflagge. Diese war für ein paar Tage verschwunden. „Hier darf jeder reinkommen“, sagt Pastorin Almuth Wiesenfeldt.

Dransfeld – Für wenige Tage war sie verschwunden, nun ist sie wieder da – die Regenbogenfahne an der evangelisch-lutherischen Kirche St. Martini in Dransfeld. Aus welchen Gründen sie entfernt wurde, ist nicht bekannt. Doch die Gemeinde hat sie schnell ersetzt. „Damit wollen wir ein Zeichen setzen: Hier darf jeder reinkommen“, sagt Pastorin Almuth Wiesenfeldt.

Dransfeld: Regenbogenflagge vor Kirchentür

Seit Juni 2021 hängt die Fahne vor der Eingangstür. Damals hatte die Gemeinde Stellung bezogen zur Debatte um das EM-Fußballspiel zwischen Deutschland und Ungarn. Die Stadt München wollte damals die Allianz-Arena in Regenbogenfarben beleuchten, nachdem in Ungarn ein Gesetz erlassen worden war, dass die Informationen von Jugendlichen über Homo- und Transsexualität einschränkt. Der Fußballverband UEFA hatte die Beleuchtung letztlich untersagt. Daraufhin wurden deutschlandweit Regenbogenfarben zum Protest gezeigt, auch in Dransfeld.

Nun ist die Europameisterschaft lange vorbei, doch die Fahne hängt noch immer an der Kirche. „Mir ist wichtig, dass Menschen in all ihren Persönlichkeiten wahrgenommen werden. Und so verstehe ich auch meinen Glauben. Gott will die Menschen so haben, wie sie sind“, sagt Almuth Wiesenfeldt.

Symbol für Vielfalt und Toleranz

Die Regenbogenfahne gilt weltweit als Symbol für Vielfalt und Toleranz, auch für verschiedene Sexualitäten. Im christlichen Glauben steht der Regenbogen vor dem Hintergrund der Sintflut als Zeichen der Hoffnung und eines Bundes zwischen Gott und den Menschen, erklärt die Pastorin.

Zum Regenbogen vor der Kirche habe sie keine negativen Rückmeldungen erhalten. Ein paar Menschen hätten sich für das Zeichen bei ihr bedankt. Die Homosexualität einzelner Mitglieder werde in der Gemeinde nicht thematisiert, „das wird als selbstverständlich akzeptiert“, sagt Almuth Wiesenfeldt.

Im Gegensatz zur katholischen Kirche ist seit 2019 die Trauung homosexueller Paare in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover erlaubt. „Das ist eine Entwicklung der letzten zehn Jahre.“

„Menschen tun sich schwer mit Veränderung. Es ist normal und verständlich, dass auch Kirchen Zeit brauchen“

Die Basis beider Konfessionen erlebe sie vor Ort jedoch offener, sagt die Pastorin. „Menschen tun sich schwer mit Veränderung. Es ist normal und verständlich, dass auch Kirchen Zeit brauchen. Deshalb müssen wir diskutieren.“ (Kim Henneking)

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