„Pilum, Schwert und Palisade. Das Römerlager Hedemünden“

Neue Dauerausstellung: Das Römerlager Hedemünden

Zelt und Ausrüstung: Wie die Legionäre lebten, zeigt die neue Dauerausstellung. Foto: Museum/nh

Hann. Münden. Die Römer kehren nach Hann. Münden zurück – und diesmal werden sie bleiben: Die neue Dauerausstellung: „Pilum, Schwert und Palisade. Das Römerlager Hedemünden“ wird am Samstag, 11. Mai, um 15 Uhr im Städtischen Museum Hann. Münden (Welfenschloss) eröffnet.

Dr. Klaus Grote, Göttinger Kreisarchäologe im Ruhestand, wird zur Einleitung über „Rom in Germanien. Die einzigartigen Funde aus dem Römerlager Hedemünden“ sprechen.

Während der römischen Feldzüge, die unter Kaiser Augustus vom Rhein ausgehend in die germanischen Gebiete bis zur Weser und Elbe geführt wurden, entstand zwischen 11 und 9 vor Christus das Militärlager bei Hedemünden als Versorgungsstützpunkt.

Zehn Jahre nach seiner Entdeckung im Jahre 2003 werden in der neuen Dauerausstellung die Grabungs- und aktuellen Forschungsergebnisse umfassend anhand von 116 Funden – allesamt Leihgaben des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover – präsentiert: gut erhaltene Metallobjekte, darunter Waffenteile, militärische Ausrüstung, Pioniergeräte, Werkzeuge, Ausstattung von Tross und Zugtiergeschirr, Baubeschläge, Zeltheringe, Münzen, aber auch Keramikfunde und Mühlsteinfragmente, teilt die Museumsleiterin Martina Krug mit.

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Die Ausgrabungen hätten zu einer detaillierten Kenntnis der mehrteiligen Anlage, insbesondere zur Innenbebauung des Hauptlagers, geführt. Außerdem konnten im weiteren Umkreis zwei Außenanlagen und Streckenabschnitte des römischen Marschweges lokalisiert werden.

Die neue Dauerausstellung basiere auf der erfolgreichen Sonderausstellung von 2009, die um neu gefundene und restaurierte Fundstücke ergänzt und entsprechend der jüngsten Forschungserkenntnisse aktualisiert wurde.

In der Ausstellung kann man die Rekonstruktionen der kompletten Ausstattung eines Legionärs bestaunen und im Nachbau eines Mannschaftszeltes Platz nehmen. Aktivstationen laden zum Mitmachen ein, ein audiovisueller Flug zeigt die Entwicklung des Römerlagers vor 2000 Jahren, und römische Kleidung darf anprobiert werden.

Wer mehr erfahren will, darf in der reichlich vorhandenen Römerliteratur stöbern, im museumspädagogischen Raum üben, auf Wachstafeln zu schreiben oder mit der Nase römische Fischsoße erschnuppern.

Verfasst von Dr. Grote und herausgegeben vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover ist ein umfangreicher Katalogband erschienen. Der 495-seitige Band mit dem Titel „Römerlager Hedemünden. Der augusteische Stützpunkt, seine Außenanlagen, seine Funde und Befunde kann im Museum wie auch im Buchhandel zum Preis von 79 Euro erworben werden. (red)

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