Philipp Silberkuhl gewann mit handlichem Werkzeug Göttinger Innovationspreis

Ein Roller für Gewinde

Fortschritt auf dem Werkzeugmarkt: Philipp Silberkuhl mit seiner Erfindung, dem handlichen Gewinderoller. Foto: Schröter

GÖTTINGEN. „Ich will versuchen, etwas frischen Wind in den eher konservativen Werkzeugmarkt zu bringen“, sagt Philipp Silberkuhl. Auf einem guten Weg dorthin ist der Göttinger schon jetzt: Für seine Erfindung eines Handwerkzeugs zum Rollen von Gewinden hat der Maschinenbauingenieur in den vergangenen Monaten gleich mehrere Preise eingeheimst; neben dem Innovationspreis des Landkreises Göttingen gewann er auch den mit 50 000 Euro dotierten „enable2start“-Gründerpreis der Financial Times Deutschland. „Und das ist schon sensationell“, freut sich Silberkuhl über diesen eher überraschenden Erfolg.

Gewinde reparieren

„Eigentlich frage ich mich, warum da nicht schon längst jemand drauf gekommen ist“, meint der 31-Jährige über seine Erfindung. Dabei handelt es sich um ein handliches kleines Gerät, durch das es weltweit erstmals möglich ist, Gewinde mit einem Handwerkzeug zu reparieren oder neu herzustellen. „Das Entscheidende dabei ist, dass die Gewinde gerollt und nicht geschnitten werden“, sagt Silberkuhl.

Im Vergleich zu gerollten Gewinden, die in das Werkstück gedrückt werden, besäßen geschnittene Gewinde aufgrund des zerstörten Faserverlaufs der Werkstückoberfläche eine geringere Festigkeit.

Außerdem seien sie wegen der höheren Oberflächenrauhigkeit anfälliger gegen Rost. Dennoch seien Gewindeschneider weit verbreitet, da bislang kein alternatives Handwerkzeug zum Gewinderollen auf dem Markt existierte.

Erfunden hat Silberkuhl sein innovatives Werkzeug während seines Studiums an der Leibniz-Universität in Hannover. „Da war ich in der Materialforschung und hatte einfach Lust darauf, etwas zu erfinden“, sagt er. Nach dem Abschluss im April vorigen Jahres gründete er im Juni mit einem ehemaligen Studienkollegen und dessen Bruder die Firma SilberTool.

„Mein Ziel ist es, ein Unternehmen aufzubauen, das immer wieder Innovationen auf den Markt bringt“, so Silberkuhl, der für sein größtes Hobby, den Triathlon, kaum noch Zeit findet. „Dafür habe ich mit dem Pflegen von Freundschaften jetzt ein neues Hobby für mich entdeckt, denn auch das ist viel schwerer als früher.“

Einen Tipp für andere Jung-Erfinder hat Philipp Silberkuhl auch noch parat: „Mit offenen Augen durch die Welt laufen, nie etwas für gegeben hinnehmen und sich immer selbst fragen, warum dieses oder jenes eigentlich schon immer so gemacht wird.“ Wer das tue und einen gewissen Ideenreichtum mitbringe, der könne auch die Welt verändern. Und wenn es nur im kleinen Stil sei.

Von Per Schröter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.