Sachorientiertes Gespräch

Bürgermeisterin Rüngeling konfrontiert Jürgen Trittin (Grüne) in Scheden

Schedens Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling stellte sich mit Plakaten in den Weg.
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Schedens Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling stellte sich mit Plakaten in den Weg.

Das wollte Ingrid Rüngeling , Bürgermeisterin von Scheden, nicht auf sich sitzenlassen. Jürgen Trittin (Grüne) hatte Haltung zur Windkraft kritisiert. Es kam zur Aussprache.

Scheden – Schedens Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling (Freie Wählergemeinschaft) hat kürzlich Jürgen Trittin, Grüner Bundestagsabgeordneter und -kandidat aus Göttingen, auf seiner Wahlkampftour durch ihre Gemeinde zur Rede gestellt. Nach eigenen Angaben stellte sie sich ihm mit ihrem Auto und einigen Plakaten auf seiner Fahrrad-Wahlkampftour in der Schedener Feldmark in den Weg.

Infoveranstaltung: Trittin kritisierte Rüngeling

Hintergrund war eine Informationsveranstaltung über den Ausbau von Windkraftanlagen in der Gemeinde, zu der Ingrid Rüngeling im Juli eingeladen hatte. Dabei hatte sie die Pläne im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) des Landkreises kritisiert und gefordert, das Thema Windkraft getrennt von den restlichen RROP-Themen zu behandeln.

Daraufhin hatte Trittin eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die Kritik als einen „bockigen Protest“ bezeichnete und der Bürgermeisterin vorwarf, durch eine „Politik des Filibusterns“ Maßnahmen gegen den Klimawandel hinauszuzögern. (Filibuster ist eine rhetorische Taktik des Dauerredens im US-Parlament, die genutzt wird, um eine Beschlussfassung zu verhindern oder zu verzögern.)

Mit dem Auto bei Wahlkampftour aufgehalten

Die Mitteilung hatte für viele Leserbriefe bei der HNA gesorgt, in denen Jürgen Trittin für seine Wortwahl und auch die Windkraftpläne des Landkreises allgemein kritisiert wurden.

Eben diese Wortwahl nahm Rüngeling, die auch im Kreistag sitzt, in ihren Plakaten auf: „Die bockige Bürgermeisterin stellt sich und filibustert Ihren Weg“, und „Willkommen im Tollhaus“ war darauf zu lesen. „Die Diskussion mit Herrn Trittin war sehr sachorientiert“, berichtet Rüngeling von ihrem Treffen. Und er habe sich einsichtig gezeigt, dass die Windkraft im Landkreis neu geplant werden müsse.

Trittin: Gutes und sachorientiert Gespräch

Das bestätigt auch Jürgen Trittin auf Nachfrage. Er habe ein gutes Gespräch mit Ingrid Rüngeling geführt. „Das Thema Windkraft im RROP muss alleine deswegen überarbeitet werden, da von der Landesregierung der Anteil der Windkraftflächen auf über zwei Prozent der Landesfläche erhöht wurde und dies dann auch Niederschlag im RROP finden muss“, so Trittin. (Kim Henneking)

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