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Warten auf das Storchenpaar: Nest in Scheden „storchenfreundlicher“ gemacht

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Von: Christian Mühlhausen

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Sebastian Fischer nimmt die Arbeiten am Unterbau des Storchenhorstes in Scheden vor. Dafür wird ein Hubwagen benötigt.
Arbeiten in luftiger Höhe: Sebastian Fischer nimmt die Arbeiten am Unterbau des Storchenhorstes in Scheden vor. Dafür wird ein Hubwagen benötigt. © Christian Mühlhausen

Störche sind in der Region, lassen sich aber nicht nieder. In Scheden (Samtgemeinde Dransfeld) wurde nun ein künstliches Nest „verbessert“. Es soll „storchenfreundlicher“ werden.

Scheden – Auch wenn Berichten zufolge viele Vogelarten auf dem Rückzug sind – der Weißstorch gehört nicht dazu. Als typischer Bewohner der Kulturlandschaft profitiert er von den Renaturierungen der vergangenen Jahrzehnte, er kommt in die Dörfer und hat keine Scheu vorm Menschen, er breitet sich aus.

Scheden: Störche sollen sich niederlassen

Auch im Landkreis Göttingen und Northeim sind zahlreiche Brutpaare zu Hause, zudem im nahen Vaake. Störche werden hin und wieder auch in Scheden gesichtet –zur Brut niedergelassen hat sich bislang allerdings keiner. Ein engagierter Landwirt hat zwar vor 20 Jahren bereits einen Mast mit Nestvorrichtung gebaut, seit ein paar Jahren steht dieser am Teichweg. Aber zu mehr als zu einer Inspektion des Nestes durch die hübschen Vögel hat es bislang nicht gereicht. „Vielleicht liegt es an der Nestunterkonstruktion“, sagt Frank Lang, Vorsitzender des Vereins Natur & Umwelt Schedetal. Nach einem Kontakt mit „Storchenvater“ Bernd-Jürgen Schulz aus dem Landkreis Northeim wurde klar, dass das bislang verwendete Metallgestell nicht optimal ist. In einer gemeinsamen Aktion wurde daher eine neue Unterkonstruktion aus Holz gebaut, in diese wurden Weidenruten eingeflochten und das Nest mit etwas Heu ausgepolstert.

Drohnenbild: Draufsicht auf das künstliche Storchennest in Scheden.
Luftbild: Draufsicht auf das künstliche Storchennest in Scheden. © Christian Mühlhausen

Mit dem Hubwagen wurde am Nest gearbeitet

Zum Schluss kam noch etwas weiße Binderfarbe zum Einsatz: Unregelmäßig übers Nest gesprenkelt suggerieren die Kleckse den Störchen die weißen Kotspritzer der Tiere und zeigen interessierten Störchen: „Hey, da war schon mal ein Storch, das könnte interessant sein.“ Vor Kurzem wurde dann mit Hilfe eines Hubwagens das neue Kunstnest in die Höhe gehievt und von Sebastian Fischer auf dem Mast befestigt. Auch wenn die meisten Störche schon zurück gekehrt sind und ihre Nester gefunden haben, hofft man in Scheden auf vagabundierende Jungstörche, die in diesem Jahr auf der Durchreise auf den Schedener Horst stoßen - und vielleicht im kommenden Jahr mit Partner wiederkommen.

Der Verein Natur & Umwelt Scheden wurde 1988 gegründet und hat heute 50 Mitglieder. Neben der Nistkastenpflege kümmert sich der Verein um Streuobstwiesen und Obstbaumalleen, um Blühwiesen und Insektenhotels. Zudem findet jährlich eine Mostaktion statt, bei der das Obst der Streuobstwiesen zu Saft verarbeitet wird. (Christian Mühlhausen)

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