Sanierung, Neubau, Anbau?

Drei Varianten für „Haus der Vereine“ in Dransfeld vorgestellt

Das in die Jahre gekommene Clubheim des DSC Dransfeld soll durch ein „Haus der Vereine“ ersetzt werden. Der Weg dorthin könnte jedoch steinig und teuer werden.
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Das in die Jahre gekommene Clubheim des DSC Dransfeld soll durch ein „Haus der Vereine“ ersetzt werden. Der Weg dorthin könnte jedoch steinig und teuer werden.

Ein gutes halbes Jahr ist es her, dass sich der Dransfelder Stadtrat erstmals mit der Frage beschäftigte, ob die Stadt ein eigenes „Haus der Vereine“ bekommen soll.

Dransfeld – In seiner jüngsten Sitzung wurde nun eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dreier möglicher Szenarien vorgestellt. Grund für den Antrag auf Planung eines entsprechenden Neubaus, den der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan-Thomas Geyer seinerzeit eingebracht hatte, ist der schlechte bauliche Zustand, in dem sich das an der Stadthalle gelegene Clubheim des DSC Dransfeld befindet. Es wird derzeit sowohl vom Sport Club der Hasenmelkerstadt als auch vom Spielmannszug genutzt.

Dieser schlechte Zustand spiegelte sich dann am Montag auch in dem Gutachten wider, dass vom Dransfelder Architekturbüro Strupeit erstellt worden war. Demnach würde die Komplettsanierung des zweigeschossigen Hauses mit knapp 250.000 Euro zu Buche schlagen. „Hinzu kommt, dass für das Clubheim weder bei der Gemeinde noch beim Landkreis eine gültige Baugenehmigung besteht, so dass wir gar nicht wissen, welche Auflagen es bei einer möglichen Sanierung zu beachten gibt“, erläuterte Architekt Oliver Strupeit.

Haus der Vereine: Abriss und Neubau deutlich teurer

Sicherlich sinnvoller, aber auch deutlich teurer wäre wohl der Abriss des alten Clubheims und der Neubau eines „Hauses der Vereine“ an selber Stelle. „Weil wir keine genaueren Vorgaben für eine erste Planung bekommen haben, sind wir von einem Mehrzweckgebäude mit einem größeren Veranstaltungsraum, mehreren kleinen Räumen und insgesamt 345 Quadratmetern Nutzfläche ausgegangen“, sagte Strupeit. Die Gesamtkosten für ein solches Gebäude bezifferte er mit 885 000 Euro, worauf ein Raunen unter den Ratsmitgliedern zu hören war. Als dritte Alternative brachte Oliver Strupeit einen Anbau an die Stadthalle ins Gespräch. Dort stünden drei Standorte zur Verfügung, die allerdings wegen der bestehenden Baugrenze allesamt nur Raum für eine kleine Lösung bieten würden. „Dort würde es dann ausschließlich kleinere Räumlichkeiten geben, die von den Vereinen individuell genutzt werden könnten“, so Strupeit.

Für größere Veranstaltungen oder Sitzungen müsste dann die Stadthalle herhalten, soweit es der Belegungsplan denn zulasse. Die Kosten für einen solchen Anbau würden rund 290 000 Euro betragen. „Ich bin doch etwas überrascht über das, was hier heute vorgestellt wird“, zeigte sich Friedrich-Georg Rehkop von der Freien Wählergemeinschaft (FWG), der gleichzeitig auch Vorstandsmitglied im DSC Dransfeld ist, wenig begeistert. „Das geht völlig an den Wünschen der Vereine vorbei“, ärgerte sich Rehkop. Im Dezember hatte er in einem ergänzenden Antrag noch angeregt, sämtliche Dransfelder Vereine anzusprechen und – wenn gewünscht – mit ins Boot zu nehmen. Genau das sei aber nicht passiert.

Informieren, nicht festlegen

„Ich hätte mir gewünscht, dass man bei der Anbau-Lösung etwas kreativer vorgegangen wäre“, war auch Jan-Thomas Geyer alles andere als zufrieden. „Schließlich ist die Baugrenze auf dem Stadthallengelände aus unserer Sicht durchaus änderbar.“ Eine Lösung, wie sie vom Architekturbüro vorgestellt wurde, komme für ihn „definitiv nicht infrage“.

„Natürlich ist das nicht das, was gewünscht ist“, meinte Stadtdirektor Mathias Eilers. „Aber es ist das, was ad hoc möglich wäre.“ In diesem ersten Schritt gehe es nur darum, zu informieren und nicht, etwas festzulegen. „Dem Rat steht es jederzeit frei, die Baugrenze zu verändern und so eine größere Anbaulösung zu ermöglichen“, meinte Eilers und kündigte an, in einem nächsten Schritt Gespräche mit allen Vereinen zu führen und auszuloten, „ob wir alle Wünsche deckungsgleich bekommen“.

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