Krönung für die Kirche

Sanierungsarbeiten an St. Martini in Dransfeld sind auf der Zielgeraden

Krönung: Bevor es wieder nach unten ging, legte Bauleiter Sandy Dietz an der frisch sanierten Turmbekrönung noch letzte Hand an. Kirchenvorstand Sven Stichtenoth (Mitte) und Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers verfolgten die Arbeiten aufmerksam.
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Krönung: Bevor es wieder nach unten ging, legte Bauleiter Sandy Dietz an der frisch sanierten Turmbekrönung noch letzte Hand an. Kirchenvorstand Sven Stichtenoth (Mitte) und Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers verfolgten die Arbeiten aufmerksam.

Die Arbeiten an der St.-Martini-Kirche in Dransfeld nähern sich dem Ende. Nun wurde die Turmbekrönung begangen.

Dransfeld – Seit Ende April wird die St. Martini-Kirche in Dransfeld aufwendig saniert. Jetzt befinden sich die Arbeiten auf der Zielgeraden. Am Donnerstag wurde die komplett überarbeitete Turmbekrönung auf der Kirchturmspitze angebracht.

Nachdem Bauleiter Sandy Dietz zwei Zeitkapseln mit Zeitungsartikeln und anderen Texten gefüllt hatte, ging es mit dem am gewaltigen Gerüst aufgestellten Außenfahrstuhl rund 40 Meter nach oben, wo bereits zuvor in luftiger Höhe die in neuem Glanz erstrahlende Kugel und die große Wetterfahne montiert worden waren. „Sowohl Kugel als auch Wetterfahne und Buchstaben, die die Himmelsrichtungen anzeigen, wurden frisch vergoldet“, berichtete der stellvertretende Kirchenvorstands-Vorsitzende Sven Stichtenoth, der die Arbeiten aufmerksam verfolgte.

Dransfeld: Arbeiten dauern seit April an

Oben angekommen deponierte Bauleiter Dietz vier Zeitkapseln in der Kugel der Kirchbekrönung – die beiden neu befüllten und zwei alte, die man beim Abnehmen der Kugel gefunden hatte. „Deren Inhalte waren sehr spannend“, betonten Pastorin Almuth Wiesenfeldt und Kirchenvorstandsmitglied Monika Winkelbach. Die darin gefundenen Texte seien teilweise so alt gewesen, dass man die Schrift gar nicht hätte lesen können.

Sandy Dietz (links) deponiert eine Zeitkapsel, während sein Mitarbeiter Steve Noetzel die frisch vergoldete Kugel in der richtigen Position hält.

Schon in der kommenden Woche soll mit dem Abbau des Gerüstes begonnen werden, endgültig abgeschlossen sein sollen die Sanierungsarbeiten dann Mitte November. Nachdem die letzten Bauarbeiten an der 180 Jahre alten St. Martini-Kirche 1984 vorgenommen worden waren, hatte es einiges zu tun gegeben. Schon vor mehreren Jahren war bei einer routinemäßigen Überprüfung festgestellt worden, dass mehrere Balken des Turmdachstuhls teilweise morsch waren und erneuert werden mussten.

Turmbekrönung von St.-Martini.

Zeitkapsel mit Zeitungen eingebaut

Weil das zuständige Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover strenge Denkmalschutzvorschriften für solche Sanierungsmaßnahmen hat, waren diese deutlich aufwendiger als bei anderen Gebäuden. So durften für die Restaurierung beispielsweise nur alte, abgelagerte Balken verwendet werden. Außerdem wurden sämtliche Schieferplatten des Turmdaches (insgesamt rund 7000 Kilogramm schwer) ersetzt, wobei jede einzelne Platte von Hand zugeschnitten werden musste.

Gerüstbauer, bau auf, bau auf: Die eingerüstete St.-Martini-Kirche in Dransfeld.

An den Turmsanierungskosten von rund 490 000 Euro, die von der Landeskirche Hannover getragen werden, beteiligt sich die St. Martini-Kirchengemeinde mit 6000 Euro, die aus zweckgebundenen Spenden stammen. Die Sanierungskosten von rund 14 000 Euro für die Turmbekrönung und die drei Ziffernblätter der Turmuhr, die ebenfalls überarbeitet wurden, muss die Gemeinde dagegen alleine tragen.

„Wir freuen uns, dass die Arbeiten bald beendet sind“

Nachdem feststand, dass der Dachstuhl saniert wird und der Turm dafür eingerüstet werden muss, hatte die Kirchengemeinde beschlossen, sowohl die verwitterte Spitze als auch die verwitterten Ziffernblätter in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen zu lassen, auch wenn dies nicht zwingend erforderlich war. Später wären die Arbeiten jedoch deutlich aufwendiger und auch kostenträchtiger gewesen, da bei der Höhe des Kirchturms Zifferblätter und Bekrönung nicht so ohne Weiteres zu erreichen sind.

„Wir freuen uns, dass die Arbeiten bald beendet sind“, sagt Pastorin Wiesenfeldt. Dann könnten endlich auch die Kirchenglocken wieder ertönen, die seit Beginn der Sanierung schweigen mussten, weil sie den Turm beim Läuten in Schwingungen versetzen und dadurch die Stabilität des Gerüstes hätte beeinträchtigt werden können. „Und einen Gottesdienst, ohne Glockengeläut zu beginnen, ist schon ziemlich merkwürdig“, so Wiesenfeldt. (Per Schröter)

Auch in Imbsen (Samtgemeinde Dransfeld) wurde die Kirche saniert.

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