Ausschuss der Stadt Dransfeld

Schattenspringer GmbH stellt Pläne für Seilrutschenpark am Gaußturm bei Dransfeld vor

Luftbild des Gaussturms vor dem Steinbruch am Hohen Hagen.
+
Der Gaußturm am Hohen Hagen ist als Startpunkt zum Seilrutschenpark der Schattenspringer GmbH geplant.

Rund um den Gaußturm am Hohen Hagen bei Dransfeld soll ein Seilrutschenpark entstehen. Nachdem das Gebiet vor Kurzem durch den Landkreis Göttingen aus dem Landschaftsschutzgebiet (LSG) entlassen wurde, hat sich nun der Investor vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Dransfeld in der fast voll besetzten Stadthalle vorgestellt.

Christoph Brand, Geschäftsführer der Schattenspringer GmbH mit Sitz in Bielefeld, betonte, dass sich das Projekt in einer frühen Phase befinde: „Um es konkreter werden zu lassen, brauche ich mehr Sicherheit und Sie auch.“

Ideen für den Seilrutschenpark Dransfeld

Da Klettergärten von Dransfeld aus innerhalb einer Stunde zu erreichen sind, sei ein weiteres Angebot am Hohen Hagen nicht sinnvoll, erläutert Brand seinen Vorschlag eines Seilrutschenparks.

Nach aktuellem Stand seien etwa 20 Seilrutschen von 30 bis 500 Metern Länge angedacht, die sich im Zickzack vom Gaußturm über den Steinbruch ziehen und am Aussichtspunkt mit Blick in Richtung Schedetal enden. Am Gaußturm sollen die Kasse, Materialausleihe, Imbiss, Büro und Toiletten untergebracht werden. Hier könnten die ersten Rutschen starten.

Weitere Ausbaumöglichkeiten seien eine Flyline rund um den Steinbruch, Hochseilgartenelemente für Gruppenangebote, Wallrunning und Freefall vom Gaußturm, eine Abenteuerbrücke über den Steinbruch, ein Naturerlebnispfad mit Geologieschwerpunkt und diverse Rutschen als Angebote für Familien mit kleinen Kindern.

Damit sich der Park rechne, erwarte Brand etwa 250 Gäste pro Tag, hochgerechnet aufs Jahr 45 000 Gäste, bei einer Saison von 180 bis 200 Tagen. Ticketpreise könnten bei etwa 20 bis 30 Euro liegen. Der Personalbedarf umfasse fünf bis sechs Personen pro Tag. Für den Imbiss und Landschaftsarbeiten müssten externe Anbieter eingestellt werden. Das Investitionsvolumen liege bei 500 000 bis 1 Millionen Euro.

Seilrutschenpark Dransfeld: Bauliche Umsetzung

Die Seile sollen laut Brand über den Baumwipfeln im Steinbruch verlaufen und durch Türme miteinander verbunden werden. Es könne sein, dass einzelne Bäume gefällt werden müssten. In diesem Fall könne er zusagen, diese zu ersetzen.

Die Straßen zum Hohen Hagen, die Nähe zur A7 und die vorhandenen Parkplätze seien ein großer Vorteil für den Park. Letztere würden ausgebaut und in Richtung Gaußturm erweitert.

Das Wegenetz im Steinbruch solle für Begleiter der Besucher ausgebaut und mehr Bänke aufgestellt werden. Wanderer sollten weiter durch das Gebiet laufen können, einen Zaun um das Gelände werde es nicht geben, doch könnten bestehende Wanderwege abgeändert werden.

Kritik an den Plänen der Schattenspringer GmbH

Die Mitglieder des Ausschusses, des Stadtrates sowie Bürger der Stadt stellten im Anschluss an die Präsentation Fragen, wobei sich ein gemischtes Stimmungsbild abzeichnete.

Ein Bürger bezeichnete den Park als „gute Ergänzung zum Freibad und Campingplatz“ und lobte, dass bei dem Projekt „nicht mit einer Hauruckmethode vorgegangen“ werde. Ein anderer bezeichnete es als „zartes Pflänzchen, das wir mit Detailfragen zerreden können“.

Reinhardt Kalbow, Vertreter des Haus Hoher Hagen äußerte sich „entsetzt“. Das „Kreischen“ der Besucher sei nicht mit dem Natur- und Wildnispädagogik-Konzept des Hauses zu vereinbaren.

Eine Vertreterin des Nabus konfrontierte Brand erneut mit den Sorgen der Naturschutzverbände, die vor der Entlassung aus dem LSG geäußert wurden – wie der Lärmbelastung für Tiere, die Größe des Parks und Nähe zum angrenzenden FFH-Gebiet (HNA berichtete). Sie sei „erschüttert über die Dimensionen des Vorhabens“ und dass in „keinem Punkt“ den Verbänden entgegengekommen worden sei. Brand antwortete, dass er sich an die Vorgaben des nun folgenden Bauplans und der Umweltverträglichkeitsprüfung halten und nicht an einzelnen Elementen festhalten werde. Stadtdirektor Mathias Eilers betonte, dass das Gebiet weiterhin der Stadt gehöre und diese Regeln aufstellen könne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.