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Auferstehung im Jahr 1982: Chor in Scheden wurde Ursprünglich 1882 gegründet

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Von: Margitta Hild

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Brachte die versammelten zum Lachen: Hannelore Menzel (Erste Vorsitzende) Günter Fischer (Notenwart und Seele des Vereins) mit Kirsten Lück, die die alten Statuten in Auszügen vorlas.
Brachte die versammelten zum Lachen: Hannelore Menzel (Erste Vorsitzende) Günter Fischer (Notenwart und Seele des Vereins) mit Kirsten Lück, die die alten Statuten in Auszügen vorlas. © Margitta Hild

Der Gemischte Chor in Scheden schaut auf 40 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Dabei ist er eigentlich weitaus älter. Im jahr 1882 wuerde er aber „wiederbelebt“.

Scheden – Die Mitglieder des gemischten Chors Scheden luden vor kurzem zu ihrer kleinen gemütlichen Feier mit Grünkohl und Bregenwurst ein. Dort feierten sie den 40-jährigen Geburtstag der Gemeinschaft in der jetzigen Zusammensetzung.

Scheden: Chor wurde ursprünglich 1882 gegründet

Hannelore Menzel (Erste Vorsitzende) begrüßte die anwesenden Chormitglieder, ließ die 140-jährige Chorgeschichte in ihren Abschnitten Revue passieren. Denn die Geschichte des heutigen gemischten Chores liegt sehr weit tiefer in der Vergangenheit. Als Gesangsverein Niederscheden wurde der Chor im Jahr 1882 gegründet. 1932 erfolgte eine Umbenennung zum „Gesangsverein Männerkreis Scheden“, die Kriegsjahre brachten einen Stillstand, doch 1948 begannen wieder die ersten Aktivitäten. Im Lauf der Zeit sank die Mitgliederzahl und ab 1970 begann der Verein sich aufzulösen. Nur weil laut Satzung eine Vereinsauflösung einstimmig beschlossen werden musste, blieb die Singgemeinschaft formell bestehen.

Anfang 1982 sollte der Männergesangsverein wiederbelebt werden, doch es zeichnete sich ab, dass der Verein als solcher nicht wiederbelebt werden konnte, da sich nicht genug Männer beteiligen wollten oder konnten.

Frauen stießen am Anfang auf wenig Gegenliebe

Die Idee, die Frauen mit aufzunehmen traf nicht sofort auf pure Begeisterung, doch im Mai 1982 wurde ihr dann zugestimmt, um den Chor wieder auferstehen zu lassen. Seither wurde regelmäßig in der Gaststätte „Deutsche Eiche“ geübt, die Wirtin Hildegard Jünemann ermöglichte die Chorabende ohne Raummiete. Der Grundstein des heutigen Chors war gelegt und es war der Beginn von zahlreichen Konzerten auch gemeinsam mit befreundeten Chören und gemeinsamen Feiern.

Auf einem langen Tisch lagen am Geburtstagsabend Aktenordner mit Zeitungsartikeln, Fotos und Berichten der Chorgeschichte bereit und luden die Chormitglieder zum gemeinsamen Stöbern ein. Schon waren auch die Erinnerungen an die Freundschaft mit dem Chor aus Tansania präsent, der sogar in der Schedener St. Markuskirche ein Konzert gegeben hatte, oder auch das Konzert zusammen mit dem Göttinger Symphonieorchester.

Befreundet mit einem Chor aus Tansania

Jedes Jahr lud der Chor zu dem sogenannten Septemberkonzert auch Solisten oder Chöre wie einen rumänischen Panflötenspieler oder den „Ural Kosaken Chor“ ein. Generell war sich der Chor an diesem Jubiläumsfeierabend einig, dass diese bestehende und schöne Gemeinschaft und Gemeinsamkeit des Chors eine Bereicherung für jedes Mitglied sei. „Das war es, was ich auf keinen Fall vergessen wollte, zu sagen. Durch die App Chor sind wir immer miteinander in Verbindung und es ist manchmal wirklich rührend, wenn ich das lese“, so Menzel. Es würden nicht nur Dinge, die den Chor betreffen ausgetauscht, sondern auch teilweise persönliche Dinge, oder Genesungswünsche, die einzelne Chormitglieder betreffen.

Vorlesen der alten Statuten brachten Anwesende zum Lachen

„Und da denke ich immer wieder: Wir sind doch eine tolle Truppe“, meinte Menzel, was bei allen Anwesenden mit einer lächelnd-nickenden Zustimmung bestätigt wurde. (Margitta Hild)

Zänkereien und Straßensingen waren verboten

Die Statuten des Männergesangsvereins von 1882, aus dem dieser Chor hervorgegangen ist, sorgten für eine Menge Lacher.

- So verpflichtete sich jedes Mitglied des Vereins, durch sein Betragen in- und außerhalb des Vereins, nie Anlass zum Tadel zu geben, sich an allen Veranstaltungen des Vereins zu beteiligen, regelmäßige Teilnahme auch an den Singabenden.

- Gänzlich untersagt waren alle ungehörigen Redensarten oder Zänkereien. Bei Zuwiderhandlung sorgte es zur sofortigen Entfernung aus dem Verein.

- Jeder Sänger, welcher drei Singabende hintereinander ohne stichhaltige Gründe und dementsprechende schriftliche oder persönliche Entschuldigung beim Vorstand auflassen ließ, wurde aus dem Verein ausgewiesen. Sollte eine schriftliche oder mündliche Entschuldigung fehlen musste eine Strafe von 25 Pfennig gezahlt werden. Die Entschuldigungsgründe konnten auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

- Das Rauchen war sowohl vor und während des Singens gänzlich untersagt, dasselbe galt auch für den Genuss von Spirituosen. Zuwiderhandlungen wurden mit 10 Pfennig bestraft.

- Das Singen auf den Straßen von betreffenden Liedern des Vereins ohne Erlaubnis des Vorstands war bei 50 Pfennig Strafe untersagt.

- Es wäre ganz selbstverständlich, dass Vereinsangelegenheiten nicht ausgeplaudert werden durften. Plauderer verfielen zum ersten Male in eine Strafe von 50 Pfennig, beim zweiten Male von einer Mark beim dritten Male stand der Austritt bevor.

Vereine sind ein Teil des Kitts der Gesellschaft. Viele haben allerdings Mitgliedersorgen. Vor allem werde es immer schwerer, Freiwillige für Funktionsämter zu finden, heißt es.

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