Schedener Asylunterkunft: Nachbarn packten mit an

Gardinen für die Asylbewerberunerkunft: Die 89-jährige Lonny Müller änderte gespendete Gardinen an ihrer Nähmaschine. Foto: Hild

Scheden. In der alten Dorfschule in Oberscheden sind seit drei Monaten fünf junge Männer aus dem Kosovo untergebracht. Sie träumen von davon, in Deutschland bleiben zu können, eine Ausbildung zu machen und arbeiten zu können.

„Das sind wirklich fünf junge, höfliche, hilfsbereite Menschen.“

Einer von ihnen möchte sogar studieren. Sie warten. Warten auf den Bescheid, ob sie in Deutschland bleiben dürfen, oder nicht. Doch während sie warten, haben sich Marianne Beuermann, Inhaberin von Mariannes Heimatmuseum, und Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling, dafür eingesetzt, die alte Dorfschule in Oberscheden etwas wohnlicher zu gestalten.

„Viele Menschen aus Scheden und Umgebung haben mitgeholfen, es ihnen hier ein bisschen schön zu machen. Das sind wirklich fünf junge, höfliche, hilfsbereite Menschen. Zu Beginn haben sie sich einfach etwas Pappe vor die Betten gelegt, damit es nicht so kalt ist. Den Fliesenfußboden kenne ich noch aus meiner Schulzeit in dieser Schule“, erzählt Marianne Beuermann.

Viele Gebrauchsgegenstände für den Alltag wurden gespendet. Besen, Staubsauger, Tassen, Teller, Gläser, Handtücher, Sessel, Tische, Teppich, Bügeleisen und Bügelbrett und sogar eine Mikrowelle. Tagelang saß die 89-jährige Lonny Müller an ihrer Nähmaschine, um gespendete Gardinen auf Maß zuzuschneiden und passend zu nähen.

„Diese Menschen waren so dankbar, erfreut und auch hilfsbereit beim Aufhängen der Gardinen und Gardinenstangen, es hat wirklich Spaß gemacht“, so Marianne Beuermann.

Fußball im Verein

Oft sieht man die Männer Federball auf dem alten Schulhof spielen, einer spielt mittlerweile aktiv Fußball im Sportverein Scheden. Hier und da sind auch schon ein paar Worte Deutsch gelernt worden und werden, wenn auch gebrochen, versucht zu sprechen. „Sie sind immer freundlich und grüßend unterwegs. Es tut uns in der Seele weh, dass sie ja wieder gehen müssen“ so Beuermann. (ymh)

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