Nach Verzögerung durch Januar-Hochwasser ist das Wasserkraftwerk am Blümer Wehr offiziell in Betrieb

Schnecken erzeugen den Strom

Strom durch Wasserkraft: Das Foto zeigt das Werra-Kraftwerk am Blümer Wehr.

Hann. Münden. Die Dreiflüssestadt ist nicht nur um ein Wasserkraftwerk reicher, sondern zugleich um eine touristische Attraktion. Auf der historischen Werrabrücke und am Werra-Kraftwerk am Blumer Wehr (bei den Mündenern heißt es Blümer Wehr) kann der Gast auf Informationstafeln Wissenswertes zu Technik und Geschichte erfahren.

Mit dem gestrigen offiziellen Startschuss für das Werra-Kraftwerk, das bereits seit März umweltfreundlichen Strom erzeugt, fand für Dipl.-Ingenieur Hermann Henkel eine stressige Baugeschichte ein gutes Ende.

Bei der kleinen Einweihungsfeier am Rande der B 80 war der Geschäftsführer und Mitinhaber der Betreiberfirma Werra Energie GmbH entspannt. In den Januartagen, als die Baustelle im Mühlarm vom Hochwasser überschwemmt worden war, sah die Gefühlslage des Bauherrn anders aus: „Da war ich unlocker“, so Henkel. Anwohner hätten ihm aber Mut zugesprochen, und durch Hilfe der Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM), des THW und der Stadt habe er die schweren Tage überstanden.

Henkel dankte den VHM, die den Wasserkraftstrom abnehmen, sowie der Stadt für die Unterstützung. Sein Dank galt aber auch der Fischereigenossenschaft Münden für gute Zusammenarbeit. Er habe die Fischer einbezogen, damit sie sich überzeugen, dass die Fische schadlos das Wehr passieren. Das liege an der Technik: Die Schnecken drehen viel langsamer als eine Turbinenanlage, so der Ingenieur. Er werde weiterhin prüfen, ob die Fische unbeschadet durchkommen.

Bürgermeister Klaus Burhenne, Aufsichtsratsvorsitzender der VHM, und VHM-Geschäftsführer Werner Pfütz strichen die Bedeutung der vor Ort erzeugten erneuerbaren Energie heraus. Mit dem Abschalten der Atomkraftwerke, so Burhenne, bekomme die örtliche Energieerzeugung einen hohen Stellenwert. Das werde die VHM fördern, indem sie nicht nur Strom abnehme, sondern auch selbst versuchen werde, erneuerbare Energie zu erzeugen.

VHM-Geschäftsführer Pfütz nannte das Einspeisen hausgemachten Ökostroms einen weiteren Baustein im Konzept des kommunalen Unternehmens. „Wir wollen nicht in großem Stil virtuellen ,grünen Strom’ von Konzernen einkaufen, sondern Strom einspeisen, der in Münden erzeugt wird.“ Von daher würden die VHM auch weiterhin mit der Werra Energie zusammenarbeiten.

Auf den touristischen Aspekt dieser Anlage zur Stromerzeugung wies Thomas Günther, Technischer Leiter der VHM, hin. Die informativen Tafeln, finanziert von den VHM, hat Gabriele Niehaus-Uebel aus Bursfelde (Firma NiehausKreativ) entworfen.

Von Helmut Krischmann

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