Auf Feldern im Raum Münden wurden die Zugvögel gesichtet - Vogelschützer appelliert: Abstand halten

Schnee zwingt Kraniche zu Pause

Verschnaufpause auf dem Weg nach Norden: Kraniche auf einem Feld in der Nähe des Eichhofs. Foto: Siebert

Hann. Münden. Seit einigen Tagen sind Kraniche hier im Mündener Raum nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden zu sehen und zu hören. Der erneute Wintereinbruch hat den Zug der Kraniche zu den Hauptbrutgebieten in Mecklenburg-Vorpommern unterbrochen.

Nach Darstellung von Hans-Joachim Haberstock, Vogelspezialist und Mitglied beim Naturschutzbund (Nabu) Münden, macht das Wetter den Zugvögeln schwer zu schaffen. Die Kräfte lassen nach und die Tiere haben Hunger. Normalerweise fliegen die Kranich die Strecke von den Überwinterungsgebieten wie Spanien und Südfrankreich in einem Stück durch. Doch dichtes Schneetreiben oder Nebel kosten Kraft und Energie, so sind Ruhepausen erforderlich. Meistens landen sie auf Feldern oder Wiesen, um sich dort mit Grünzeug zu stärken, manchmal finden sie auch Mäuse. „Ich denke wenn die Sicht wieder besser ist, werden die Kraniche aufsteigen und ihren Flug nach Norden fortsetzen“, sagt Haberstock. Dass es die Kraniche nicht schaffen und verenden sei eher selten. Das könne mal bei stark geschwächten Jungevögeln vorkommen, das seien jedoch Einzelfälle.

Haberstock appelliert an Spaziergänger, eine Distanz zu den Vögeln zu halten. „Auch Hundebesitzer sollten darauf achten, dass die Vierbeiner beim Spazierengehen den Kranichen nicht zu nahe kommen. Denn jedes Aufsteigen bedeutet Kräfte- und Energieverlust“, so der Fachmann.

Während vor wenigen Jahrzehnten die Kraniche erst Ende März in den Brutgebieten eintrafen, kehren die ersten jetzt schon im Februar zurück.

Seitdem werden sowohl ein später Abzug im Herbst als auch echte Überwinterungen sowie Überwinterungsversuche festgestellt. Kurz nach der Rückkehr und der Besetzung der Brutreviere beginnen die Kranichpaare mit der Balz. (zpy)

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