Vor dem Morgengrauen gingen die ersten Wesermarathon-Teilnehmer aufs Wasser

Die schönste Schinderei

Und jetzt Tempo: Die Mündener Kanuten fuhren ein Stück weit mit die Weser hinab. Ab 2012 ist der MKC für drei Jahre Ausrichter des Wesermarathons. Fotos: Becker

Hann. Münden. Das Drachenboot trägt einen Drachenkopf und der spuckt tatsächlich Feuer: Im Morgengrauen leuchtet ’s am Bug. Kanadier, Kajaks, Ruderboote und Drachenboote brechen Sonntag früh von Hann. Münden aus auf, den Wesermarathon zu bewältigen. Startzeit: Zwischen 6 und 9 Uhr, Schleuse, Tanzwerder. Doch um 9 Uhr sind längst alle weg. Die Marathonteilnehmer sind Frühaufsteher. Die ersten, sagt Organisator Mario Zlobinksi, seien schon um 3 Uhr aufgestanden.

Doch auch um 6 Uhr ist es noch nicht richtig hell und eher ungemütlich. Warum tut man sich das an? Lachen und Achselzucken ist die Antwort, von einem Boot her ruft es: „Das ist die schönste Schinderei im Frühjahr!“

1600 haben sich für diese schöne Schinderei beim Kanuclub Hameln angemeldet, der das Ereignis auch im nächsten Jahr wieder ausrichten wird. Danach sind übrigens die Mündener Kanuten an der Reihe. Die fahren in ihren blauen Booten namens Fulda und Werra auch eine Etappe mit.

Die Bootsbesatzungen kommen aus der ganzen Bundesrepublik, aus Österrreich, Dänemark und den Niederlanden. Ein Ruderer-Team aus der Ukraine ist angereist, Vierer mit Steuermann. Ihre Skulls haben sie mitgebracht. Das Boot leiht ihnen der Mündener Ruderverein – eine nicht unübliche, freundliche Praxis, da die sperrigen Sportgeräte schlecht über weite Strecken zu transportieren sind. Wie viele Wassersportler sich dem großen Treck einfach ohne Anmeldung anschließen, könne man nicht genau zählen, sagt Zlobinksi. „Es gibt aber immer eine ganze Menge, die sich das Startgeld sparen, halt keinen Wert auf eine Medaille legen, aber einfach dabeisein wollen“, sagt er. Man könne von 2000 Teilnehmern ausgehen.

Bis nach Hameln führt die Strecke, 135 Kilometer lang. Etwa ein Viertel fahre bis nach Beverungen (53 Kilometer), die Hälfte steige in Holzminden (80 Kilometer) aus und alle anderen bleiben bis zum Schluss dabei.

Gegen 18.20 Uhr warten die Organisatoren in Hameln noch auf die letzten zehn Boote. Alle anderen sind schon wohlbehalten auf dem Heimweg. Einer von ihnen mit einem besonderen Pokal im Gepäck: Udo Rehefeld von der Kanugesellschaft Celle hat zum 40. Mal den Wesermarathon gefahren – er war immer dabei. (tns/yhb) Mehr Fotos vom Start des Wesermarathons finden Sie auf www.hna.de/foto

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